Videospiele sind sicherlich eine weitere Leidenschaft vieler Filmfans, zwar greift der Betrachter aktiv ins Geschehen ein und ist weit mehr als passiver Teilnehmer, jedoch hat sich auch die Spielelandschaft mittlerweile immer weiter entwickelt, so dass immer mehr Titel sich deutlich bei cineastischen Vorbildern bedienen und selbigen immer ähnlicher werden. Darüber hinaus gibt es aber auch immer Videospielverfilmungen, die uns vorgesetzt werden, meist mit dem Vorurteil behaftet, dass es nicht eine einzig gute geben würde und das meistens die Wünsche der Fans nur mit den Füßen der Produzenten getreten werden. Doch warum sind die meisten dieser Machwerke enttäuschend und bleiben hinter den Erwartungen zurück?

Man sollte von vorne beginnen, um den Ursprung der mangelnden Qualität zu finden. Nämlich bei der Auswahl des zu verfilmenden Spiels. Sicherlich gibt es dort eine weitgefächerten Katalog. Trotzdem scheint das meistgewählte Genre immer noch das des Prügelspiels zu sein. Ob Street Fighter, Dead or Alive oder Mortal Kombat, alle bekannten Vertreter wurden schon mehrmals auf die Leinwand transportiert. Doch warum wird ausgerechnet ein Genre so stark genutzt, das in Spielform kaum erzählerischen und atmosphärischen Tiefgang bietet, warum wird nicht die Verfilmung eines komplexen Rollenspiel a la Elder Scrolls, das eigene Religionen, Rassen und abwechslungsreiche Welten bietet, angegangen. Hier kommt das Budget ins Spiel, denn eine trashige Story mit billigen Kostümen und wenig aufwendigen Effekten zu produzieren ist weitaus günstiger, als einen komplexen Fantasy-Epos glaubhaft auf die Leinwand zu bringen. Außerdem erhoffen sich die Produzenten, dass die Fangemeinde der jeweiligen Prügler rein aus Interesse ins Kino geht, auch wenn gerade die Street Fighter Verfilmungen auf wenig Verständnis bis Verärgerung treffen. So erweist sich das Ganze mehr als ein Tritt ins Gesicht des Spielefans, denn liebevolle Hommagen an die geliebte Vorlage finden sich selten. Daseinsberechtigung hat in dem Bereich höchsten die Mortal Kombat-Verfilmung, da sie den trashigen Grundton gut trifft. Dabei fahren Spiele mittlerweile vergleichbare bis höhere Gewinne ein, als ein Hollywoodfilm.

Darüber hinaus könnte man mit einem hochwertigen Film nicht nur die sowieso schon gesicherten Fanboys ins Kino locken. Am besten lässt sich das wohl am Beispiel von der geplanten und denn doch noch abgesagten Verfilmung von Halo beweisen. Das Franchise Halo gilt als eines der Begründer von Ego-Shootern auf Heimkonsolen und kann weltweit auf eine große Fangemeinde zurückgreifen. Als denn bekannt wurde, dass sich wohl Peter Jackson, der Aufgabe einer Verfilmung, der schon in Spielform epischen Science-Fiction Geschichte, annimmt, war die Freude entsprechend groß. Jedoch war das Projekt den Machern wohl zu ambitioniert und den Wunsch nach einem Budget in Höhe von 300 Millionen Dollar wurde nicht nachgegangen. So verschwand der Halo-Film wieder in der Versenkung und Jackson kehrte zurück ins Auenland, unterstütze vorher aber noch seinem Schützling Neil Bloomkamp beim Überraschungshit Disctrict 9. Wäre das Projekt nicht gescheitert und am Ende ein hochwertiger Science-Fiction-Film raus gekommen, der mit dem Namen des Herr der Ringe-Regisseur beworben hätte werden können, wären sicherlich nicht nur Halo-Fans in die Kinosäle gestürmt. Auch das Projekt von Fluch der Karibik Regisseur Gore Verbinski, der Bioshock verfilmen wollte, liegt wohl auf Eis. Denn der Film sollte jungendfrei sein, da die Produzenten fürchteten, sonst nicht genug Zuschauer in die Kinos zu bekommen. Verbinski weigerte sich jedoch und setzte dem Projekt vorerst ein Ende. Dabei wäre die gruselige und außergewhönliche Unterwasserwelt von Bioshock perfekt für die Leinwand gewesen.

Wenn man sich auf die Suche begibt nach wirklich guten Videospielverfilmungen wird man nur sehr selten fündig. Allen voran wäre da Silent Hill. Dem Film gelingt es fast perfekt die bedrohliche Atmosphäre des Spiels rüberzubringen und erschafft einen bedrückenden Ausflug in das nebelige Städtchen. Auch gelungen ist die Verfilmung zu Prince of Persia. Sicherlich kein Meisterwerk, aber ein unterhaltsamer Abenteuer- Film, der ein Paradebeispiel für gutes Popcornkino ist. Danach wird es auch schon schwierig weitere gelungene Werke zu finden. Also wagen wir Mal einen Blick in die Zukunft und schüren das Feuer der Hoffnung. Aktuell sind viele Verfilmungen geplant, die endlich in die richtige Richtung gehen könnten. Denn schon bei der Auswahl beweisen die Verantwortlichen endlich Mut. So steht aktuell ganz oben auf der Liste der Studios die Verfilmung von Uncharted. Für diejenigen, die bisher noch keine Berührung mit dem Titel hatten reicht wohl, dass es filmisch in die Richtung von Indiana Jones gehen könnte. Die Exposition der drei bisherigen Ableger der Serie besteht darin, dass der Spieler in die Rolle des Abenteurers Nathan Drake schlüpft und sich mit ihm auf eine Reise zu verschiedenen Schauplätzen, verteilt über den gesamten Globus, begibt und sich stets auf der Suche nach einem verschollenen Artefakt befindet, dabei muss er sich gegen verschiedenste Widersacher zur wehr setzten. Hinzu kommt immer ein leicht übernatürliches Element, ähnlich wie bei Indiana Jones. Doch danach wurde schon fast der erste Fehler gemacht, der das gesamte Projekt scheitern hätte lassen können. Auf der Liste der Darsteller die in die Hauptrolle schlüpfen sollten standen Mark Wahlberg und Nathan Fillion. Also haben wir mit Wahlberg den Darsteller mit nur einem Blick, der schon in Max Payne bewiesen hat, dass er der Inbegriff von Fehlbesetzung war. Mit Fillion hingegen haben wir einen Darsteller der als Castle bewiesen hat, dass er eine exakte Nachbildung von Drake ist, sei es Optik, Mimik, Humor oder die Art seiner Bewegungen. Trotzdem entschied sich das Studio zuerst für Wahlberg inklusive Regisseur David O. Russel (The Fighter). Doch nachdem O. Russel das Projekt verlies, sagte zum Glück aller Fans auch Wahlberg ab und nun fordern wieder alle Fillion. Allerdings gibt es aktuell weder Bestätigungen noch Dementi von Seiten der Entscheider. Darüber hinaus ist das Spiel in vielen Facetten sehr ähnlich zu einem Kinoerlebnis, denn der Spieler wird förmlich an der Hand genommen und durch eine Achterbahnfahrt bestehend aus wunderschönen und gut inszenierten Zwischensequenzen geführt, die mit sympathischen Charakteren bestückt ist. Also eine perfekte Vorlage für ein Leinwand-Abenteuer.

Eine Verfilmung, die noch nicht so weit zu sein scheint, aber auch hier schon Mal die richtige Vorlage gewählt wurde, ist der angedachte Mass Effect-Film. Das Spiel ist ein komplexes Rollenspiel, in dem man in die Haut eines Space-Captains schlüpft und das Kommando über ein Team, welches aus Vertretern der verschiedenen eigenständigen Rassen besteht, zugewiesen bekommt und sich als Elite-Kämpfer einer außerirdischen Bedrohung entgegen stellt. Das Besondere ist das Science-Fiction Universum in welchem Mass Effect angesiedelt ist. Es besteht aus einer Vielzahl verschiedenster Rassen, die allesamt aus der Feder der kanadischen Entwickler von Bioware stammen. Außerdem wird das Spielgeschehen zu einem großen Teil von Dialogen und schwerwiegenden Entscheidungen, seitens der Protagonisten, getragen, die man mit einem guten Drehbuch noch packender auf die Leinwand transportieren könnte.

Also besteht aktuell doch noch Hoffnung, dass wir endlich mit gelungenen Spieleverfilmungen versorgt werden. Vor allen könnte das darin begründet liegen, dass Videospielen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und sie mittlerweile einen ähnlich großen Markt, wie Filme aufweisen. Trotzdem heißt es abwarten und hoffen, dass die Filmstudios sich endlich einmal wirklich Mühe geben und mutig ein großes Budget in die Hand nehmen und auf die Wünsche der Fans hören.

verfasst von Tobias

Dieser Beitrag wurde unter Top-Themen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hightlights

Underworld Awakening – Kritik 0

Dienstag, 07. Feb 2012, 15:00 Uhr - geschrieben von Anja

Dame, König, As, Spion – Kritik 2

Donnerstag, 02. Feb 2012, 14:00 Uhr - geschrieben von Anja

  • http://spieletrend.com/ Daniel

    Seit meiner Final Fantasy Enttäuschung setzte ich nicht mehr viel auf Videospiele-Verfilungen… Leider.