Filmkritik zu Wolke 9 0

12.06.2009

geschrieben von - (Top-Thema)


Heute durfte ich mir den Film Wolke 9 im Kino anschauen. Zu meiner Verwunderung waren nicht nur ältere Leute im Kinosaal. Vielleicht ist das Thema Sex im Alter doch nicht so ein befremdlicher Gedanke. Klar für die Jugend ist es ein Tabuthema, aber Menschen Mitte 40 die auf die 50 zugehen konnten sich durchaus mit dem Film identifizieren.

Bevor ich anfange über den Film zu schreiben sollte sich jeder erstmal die Geschichte durchlesen. Inge geht auf die 70 zu, aber fühlt sich wie 17. Sie hat sich verliebt. Karl wird bald 80. Es ist Leidenschaft. Es ist Sex. Dass ihr das noch einmal passiert, hätte sie nicht gedacht. Inge ist mit Werner verheiratet. Seit 30 Jahren. Sie liebt ihren Mann. Er war immer gut zu ihr. Liebe braucht Zeit. Die haben alle drei nicht mehr.

Der Regisseur Andreas Dresens erzählt eine Geschichte die sich auf das Wesentliche beschränkt. Keine großen umschweife in die Vergangenheit – Das erste Treffen von Inge und Karl werden nicht gezeigt. Dafür reicht die Zeit auch nicht, der Regisseur geht sehr intensiv mit den einzelnen Protagonisten um. Ihre Gefühle, Gedanken die Unsicherheit und die Angst stehen im Mittelpunkt. Dresens schafft es die Zuschauer in den Bann der verzwickten Situation von Igne, Werner und Karl einzubeziehen.

Die Kamera ist meist verwackelt und versucht das Gefühl zu erwecken das wir mittendrin statt nur dabei sind. Außerdem nimmt die Kamera in machen Szenen eine mehr oder weniger aktive Rolle ein. Die Kamera macht nicht im Schlafzimmer halt sondern zeigt auch die Schauspieler in intimen Situationen. Dabei geht ein großes Lob an Ursula Werner die ihren Körper im Liebesspiel ohne vorbehalte zeigt. Das ist ein krasse Gegensatz zu den sonstigen Hollywood-Schönheiten.

Doch fast jeder Film hat so seine kleinen Mengel. Der verzicht auf eine musikalische Untermalung im gesamten Film lässt den Streifen für meine Begriffe in gewissen Szenen steril um nicht gleich zu sagen langweilig erscheinen. Da hilft es auch nicht wenn Igne in einem Chor singt. Die Dialoge sind improvisiert was im Film an der ein oder anderen Stelle bemerkbar wird. Gerade am Anfang führt das zu Missverständnissen.

Wolke 9 erzählt keineswegs eine außergewöhnliche Geschichte, doch die ungewöhnliche Situation und Thematik machen den Film sehenswert! Der Film spricht sicherlich nicht die ganze Familie an und das will der Film auch garnicht erreichen. Wolke 9 ist ein Film für eine gewissen Generation unter uns die oft nicht so geschätzt wird wie sie es eigentlich verdient habt.

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