Filmkritik zu Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 1
Tja, liebe Filmfreunde. Was sollen wir sagen… Wir haben Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 gesehen. In großen Schritten geht es Richtung Finale, Richtung Twilight 4.2, quasi. Was halten wir von diesem Film? Und wie haben wir uns im Kino 117 Minuten lang gefühlt? Eigentlich müssten wir total begeistert und völlig aus dem Häuschen sein, die Einspielergebnisse lügen schließlich nie. Fast nie. Wir haben tapfer durchgehalten, bis(s) unser Gehirn die Flucht durch die Ohren antreten wollte.
Also wer es bisher immer noch nicht mitbekommen hat: in Twilight verliebt sich Bella (Kristen Stewart) in den glitzernden Vampir Edward (Robert Pattinson) und hat eine ganz besondere Verbindung zum Werwolf Jacob (Taylor Lautner) (der natürlich bis über beide Ohren in sie verliebt ist). Bella möchte gern eine Vampirin werden, auch wenn das schon zu jeder Menge Ärger und ein paar Kämpfen geführt hat. Soweit ist das die Story der bisherigen drei Filme. Wie wird es nun also weitergehen? Genauso? Richtig…
Die Liebe von Bella und Edward erreicht endlich ihren Höhepunkt und die Beiden heiraten. Es folgte darauf die Szene, die wohl alle, die den Roman gelesen haben, mit großer Spannung erwartet haben: die Flitterwochen und die erste gemeinsame Nacht. Viele waren enttäuscht von der Abweichung der Originalvorlage, in der Bella die Hochzeitsnacht gerade so überstanden hat und am nächsten Morgen mit zahlreichen Verletzungen erwachte. Aber mal ehrlich Leute, der Film ist ab 12, was habt ihr erwartet? Unserer Meinung nach wurde diese Situation sehr stilvoll, und doch mit dem nötigen Nachdruck dargestellt. Die Flitterwochenidylle ist schnell zerstört, als sich rausstellt, dass Bella schwanger geworden ist und damit den Zorn des Werwolf-Clans auf sich zieht. Dieser hat es nun auf sie und ihr Baby abgesehen. Doch Bella wird von den Vampiren, Jacob und zwei weiteren Werwölfen beschützt und kann das Kind schließlich gebären, unter Einsatz ihres eigenen Lebens.
Der Film war voll mit Dialogen, deren Sinn uns wohl immer verschlossen bleiben wird. Wenn wir jetzt zurückdenken, können wir beim besten Willen nicht mehr rekonstruieren, wie man mit der Story fast zwei Stunden füllen konnte. Der herkömmliche Zuschauer war schnell gelangweilt. Das liegt allerdings zum Großteil daran, dass nahezu alle Charaktere stagnieren und sich in keiner Weise weiterentwickelt haben. Eintönige Persönlichkeiten mit scheinbar nur einem Gesichtsausdruck bestimmen den Film ohne ein wahres Highlight. Bella tut sich immer noch leid, weil sie niemand zum Vampir macht. Edward tut sich leid, weil er ein Vampir ist und so böse Dinge getan hat. Jacob tut sich leid, weil Bella ihn nicht liebt.
Aber halt, haken wir hier einmal ein: Jacob ist die einzige Person, die Eindruck hinterlassen hat. Geleitet von Idealen und Loyalität springt er mehr als einmal über seinen eigenen Schatten, stellt sich gegen sein Rudel und setzt sein Leben für Bella auf´s Spiel. Wir hatten das Gefühl, er ist der Einzige, der allmählich erwachsen wird und einen starken Charakter ausbildet. Obwohl es schon etwas absurd ist, dass er sich am Ende des Films in Bellas Baby verliebt, welches, nebenbei gesagt den merkwürdigsten Namen der Welt trägt. Naja. Weiterhin positiv zu erwähnen ist das Werk der Maskenbildner. Von der dezent geschminkten Braut über die ausgezehrte Schwangere bis zur toten Mutter – Bellas Aussehen war immer passend und wurde nicht übertrieben in Szene gesetzt. Dies war selbst noch in der Schlussszene zu sehen, in der sich Bella zum Vampir verwandelt. Der Cut zum zweiten Teil wurde hier zeitlich sehr gut gesetzt und macht eingefleischten Fans definitiv Lust auf mehr.
Fazit: Sicher, für Hardcore-Fans der Vampirszene ist der ganze Film, ja die ganze Reihe ein absolutes No-Go. Pluspunkte gibt es für Jacob bzw. Taylor Lautner, ein paar gute Lacher, unter anderem aufgrund ungewollter Kuriositäten und für die Maske. Negativ fielen die lahmen Dialoge und Charaktere auf, sowie die schlechte Umsetzung von Höhepunkten, deren Potential noch lange nicht ausgeschöpft wurde. Doch Fans der Twilight-Saga kommen in Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 auf ihre Kosten, und immerhin konnten die Filme schon gestandene Männer für sich gewinnen, wie uns von mehreren Seiten und aus verlässlichen Quellen zugetragen wurde. Wir sagen: best of 4, aber wir waren wohl zum ersten Mal froh, die Kinotüren hinter uns lassen zu können.
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