Die Filmkritik zu The Thing 1

18.11.2011

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)


Noch ein Film mit Aliens. Und alle so: YEAH! Oder? The Thing von Matthijs van Heijningen feierte gestern seinen Kinostart in Deutschland und extra für euch sind wir sofort ins Lichtspielhaus unseres Vertrauens gerannt. Im Vorfeld wurde der Film schon abgestempelt und als schlecht abgehakt, unter anderem auch in einem Video, in dem der Original-Cast der Carpenter-Verfilmung kein gutes Haar an The Thing lässt. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht und das Ergebnis gibt es nun hier.

Erst einmal zur Story: Ein Forscherteam aus Norwegen stößt in der Antarktis auf ein Signal, welches sie zu einem riesigen Raumschiff samt eingefrorenem Alien führt. Dieser wird natürlich mitgenommen und soll untersucht werden. Während die Forscher ihren Erfolg feiern, schmilzt das Eis und der Außerirdische erwacht wieder zum Leben. Nachdem ein Hund als erstes Opfer herhalten musste, beginnt der Alien auch Menschen zu verspeisen. Nach einigen Untersuchungen kommt die Paläontologin Kate schnell zu der Erkenntnis, dass die Kreatur organische Zellen kopieren und reproduzieren kann. Somit wird jeder im Team zur Gefahr und der Kampf gegen das Wesen beginnt. Zeitlich spielt sich das Ganze nur wenige Tage vor Das Ding aus einer anderen Welt ab.

Ein Remake? Ein Prequel? Ein Requel? Was sollte es denn nun werden? Die meisten Ankündigungen für die allgemeine Kinogemeinde versprachen uns ein Remake. Diese Fehlinformation, die sich in zahlreichen Medien wie ein Virus verbreitet hat, schickt Otto Normalverbraucher mit völlig falschen Erwartungen in die Kinos.  Jeder, der Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter (oder gar noch von Howard Hawks aus 1951) irgendwann einmal gesehen hat, wird sofort den 1:1 Vergleich ziehen. Sollte man handmade-Effekte von 1982 und die Computertechnologie von 2011 vergleichen? Sollte man ein Prequel direkt auf Carpenters Remake beziehen? Fragen dieser Art stellen sich uns grad in großer Zahl. Wir denken, man  sollte fair bleiben und jeglichen Vergleich vermeiden, auch wenn es viele Parallelen gibt. The Thing ist keine Neuverfilmung und wollte es in unseren Augen auch nie mit Carpenter aufnehmen. Mit Mary Elizabeth Winstead wurde die Hauptrolle der Kate Lloyd mit einer sehr glaubwürdigen Darstellerin besetzt. Sie wirkt ebenso intelligent wie auch selbstsicher und schafft es im Laufe des Films, einen starken Charakter zu schaffen, an den man sich auch später noch erinnert. Unter diesem Fokus auf die Hauptrolle mussten leider die anderen Charaktere leiden. Uns war es um keinen wirklich schade, wenn es ihn erwischt hat, da wir durch die oberflächliche Darstellung keinen wirklichen Bezug zu einem Nebendarsteller aufbauen konnten.

Gut gelungen fanden wir hingegen die Darstellung der Kreaturen, die das außerirdische Wesen entstehen ließ. Sie waren detailliert, kreativ und sehr abwechslungsreich gestaltet. Von Armen, die zu eigenen kleinen Monstern werden bis zum Verschmelzen zweier Menschen gelang es Hollywood und vor allem dem Produzenten von Dawn Of The Dead einmal mehr, immer noch einen drauf zu setzen. Die vielen Pluspunkte, die der Film für seine Effekte von uns bekommt, büßt er aber leider wieder ein, wenn es um die Atmosphäre des Filmes geht. Obwohl er versucht hat, durch mehrere, in die Länge gezogene Szenen spannend zu sein, hatte das bei uns eher den gegenteiligen Effekt. Sicher gab es einige gut inszenierte Schockmomente, aber eine wirkliche Spannung, die sich langsam aufbaut und gegen Ende fast nicht mehr auszuhalten ist, haben wir hier vermisst.

Fazit: Insgesamt hat der Film mehr starke Momente als schwache. Die gute Inszenierung und die konkreten Darstellungen machen ihn zu einem guten Grusel-Schocker ohne das gewisse Etwas, da es einfach an Atmosphäre und Tiefe fehlt. The Thing bekommt von uns eine Sollte-Man-Mal-Gesehen-Haben-Empfehlung. Zumindest damit man weiß, worüber man meckert. Er eignet sich sicherlich auch bestens, um an einem kuscheligen Fernsehabend den Beschützer für die Freundin zu mimen. Darauf stehen Frauen ja, haben wir gehört. Also, schaut ihn euch mal an bzw. teilt eure Meinung mit uns, falls ihr schon das Vergnügen hattet!

 

Verwandte Themen

  • Panubi

    Kann der Kritik eigentlich nur zustimmen. Bin selber ein großer Fan des Films von Carpenter, wirklich überzeugen konnte mich im Bezug dazu das 2011 The Thing nicht. Trotzdem kann man sich den Film durchaus mal anschauen, sollte aber keine Glanzleistung erwarten.