Die DVD-Kritik zu “The Fighter” 0
Filme über den Boxsport gibt es viele, gute und schlechte, bekannte und unbekannte, The Fighter erzählt die wahre Geschichte des Boxers Micky Ward und seines Bruders. Inszeniert wird der Film von David O. Russel (Three Kings, I Heart Huckabees), also ein Regisseur der bisher nur auf Komödien-faden wanderte, liefert nun ein Sportler-Drama ab. Kann das gut gehen?
Der Film handelt von Micky Ward (Mark Wahlberg), der in einer kleinen Stadt namens Lowell in Massachusetts wohnt und dort neben seiner Tätigkeit als Straßenarbeiter, dem Boxsport nachgeht. Trainert wird er dabei von seinem Bruder Dicky (Christian Bale), der einst ein erfolgreicher Boxer war, doch nun nur noch Drogen und Frauen im Kopf hat, den Part der Managerin übernimmt seine Mutter (Melissa Leo). Darunter leidet auch die Karriere seines Bruders und die Lage spitzt sich so weit zu, dass ihn immer mehr Leute vor allen seine neue Freundin Charlenne (Amy Adams) dazu raten sich einen neuen Trainer zu suchen. Nachdem Dick eines Nachts verhaftet wird, darauf ins Gefängnis kommt und er zudem auch noch Streit mit seiner Mutter hat, sieht auch Micky endlich ein, dass es nun an der Zeit ist neue Wege einzuschlagen, damit seine Boxkarriere endlich in die Gänge kommt.
So viel also zur Geschichte von The Fighter. Verkörpert werden die Brüder von Mark Wahlberg (In meinem Himmel, Die etwas anderen Cops) und Christian Bale (The Dark Knight, Public Enemies), die beiden arbeiteten den gesamten Dreh über mit den echten Micky und Dicky zusammen. Bale verbrachte viel Zeit zusammen mit seinem realen Vorbild und kopierte Mimik und sogar seinen Gang. Wahlberg baute sich extra einen eigenen Boxring inklusive Zubehör und trainierte ganze vier Jahre, um möglichst authentisch in seiner Rolle zu wirken und die Physis, sowie die Bewegungen eines Boxkämpfers authentisch darzustellen. Der Lohn für diesen Aufwand ist eine grandiose Darstellerleistung, vor allen Bale spielt absolut hervorragend und bekam zu Recht bei der diesjährigen Oscarverleihung für die beste männliche Nebenrolle, die goldene Trophäe verliehen. Aber nicht nur er wurde für den Film ausgezeichnet, sondern auch Melissa Leo, welche die Mutter verkörperte, sie versetzte sich so intensiv in die Rolle der Mutter, dass Freunde von Leo sie nicht mehr wieder erkannten, man merkt ihr deutlich an, dass sie sehr lange überlegt hat, wie sie ihre Rolle am besten verkörpern soll. Auch die weiteren Nebenrollen seien positiv erwähnt, Amy Adams (Julie & Julia, Verlobung auf Umwegen) spielt hier einen anderen Typ Frau als sonst und zeigt, dass sie sehr wandelbar ist, auffällig ist auf jeden Fall, dass der Film bis in die kleinste Rolle exzellent und passend besetzt wurde. Weiterhin zuträglich für die Authentizität des Fims ist, dass Regisseur David O. Russel den Film komplett in Lowell filmte und nicht im Studio oder an anderen Orten, so hatte er die Möglichkeit die Begebenheiten an den Orten nach zustellen, an denen sie sich wirklich ereignet haben. Außerdem wird durch O. Russels filmischer Vergangenheit, in der er fast nur Komödien drehte, der Film durch eine gewisse Ironie aufgelockert und langweilig wird es dadurch zu keinem Zeitpunkt. Hinzu kommt die fast schon kunstvolle und absolut stimmige Inszenierung des Regisseurs. Die Kämpfe hingegen stehen bei diesem Boxfilm nicht im Vordergrund, sondern die Charaktere und ihre Gefühle, schnell kann man jedem verschiedene Eigenschaften zuweisen und gerade die beiden Hauptdarsteller, differenzieren von Beginn an klar ihre unterschiedlichen Rollen voneinander. Allerdings steigt Wahlberg ab und an auch in den Ring, die Szenen in diesem wurden von einem echten Fernsehteam des US-Senders HBO aufgezeichnet und bringen so noch eine dokumentarische Komponente in den Film.
Die DVD: Fast die gesamte Laufzeit über weist der Film eine gute Bildqualität auf und lässt eine Blu-ray nicht vermissen, außer in den dunkel gehaltenen Szenen fällt ein leichtes Filmkorn auf. Extras sind auch zahlreich vorhanden. Zum einen gibt es eine kurz gehaltene Doku, in der die echten Brüder vorgestellt werden. Weitaus informativer ist allerdings das Behind-the-Scenes Filmchen, welches eine gute halbe Stunde Laufzeit aufweist und in der Anwohner Lowells über die beiden Boxer selber und über die Dreharbeiten in ihrer Stadt plaudern. Aber auch Micky und Dicky melden sich zu Wort und sprechen darüber, was es ihnen bedeutet hat, dass ihre Geschichte verfilmt wird und wie die Darsteller ihre Aufgaben gelöst haben. Erweitert wird der Fluss der Information, durch ausführliche Interviews mit den wichtigsten Darstellern und dem Regisseur. Alles in allem ist genügend Material vorhanden um den Informationsdurst über die wahre Geschichte, der nach dem Film aufkommt, zu stillen.
Fazit: The Fighter ist “der” Sportfilm der letzten Jahre. Die gesamte Aufmachung, von Schauspielern bis zum Regisseur besticht durch eine unglaubliche Authentizität und stellt die Ereignisse möglichst realistisch nach. Außerdem besticht der Film durch seine sympathischen, sowie unsympathischen Charaktere die sowohl ironisch, als auch gefühlvoll in Szene gesetzt wurden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass The Fighter ein hervorragender, emotionaler und fast fehlerfreier Film ist, den sich niemand entgehen lassen sollte. Dieses Werk kann alle Zielgruppen zufrieden stellen, für die einen gibt es spektakuläre Boxkämpfe und unterhaltsame Szenen und für die anderen eine cineastisch anspruchsvolle Aufbereitung und tief gehende Geschichte.
[xrr rating=4.5/5]
The Fighter erscheint am 14.10.2011 auf DVD und Blu-ray.
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