Die DVD-Kritik zu Gantz – Spiel um dein Leben 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Comicverfilmungen dominieren heutzutage die westliche Filmlandschaft und eine Vorlage nach der anderen wird auf die große Leinwand gebracht. Doch auch im asiatischen Raum, gibt es filmische Umsetzungen der bunten Bücher, wobei dabei die Prioritäten auf den da beliebteren Mangas liegen. Gantz ist einer dieser und der dazugehörige Film konnte in Japan einen beachtlichen Erfolg an den Kinokassen einfahren. Hierzulande ging das Werk allerdings unter und konnte nur unter Fans der Szene Aufmerksamkeit erregen. Nun erscheint Gantz bei uns auf DVD und Blu-ray und wir haben uns Mal näher mit dieser Veröffentlichung beschäftig und ob wir den Erfolg nachvollziehen können, erfahrt ihr in der folgende Kritik.

Der Film erzählt die Geschichte von Kei Kuno (Kazunari Ninomiya), der auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch, an einer U-Bahn Station, auf seinen alten Freund Kato (Ken’ichi Matsuyama) trifft. Als dieser auf die Gleise springt, um einen verunglückten Passanten von den Schienen in die Sicherheit zu befördern, hilft ihm Kei, doch etwas geht schief und beiden werden von der Bahn erfasst. Eigentlich sollte beiden Tot sein, doch stattdessen wachen sie in einer Wohnung in Tokio auf, vor ihnen eine große schwarze Kugel. Von dieser werden weitere Menschen in den Raum teleportiert und der mysteriöse Gegenstand erteilt ihnen den Auftrag ein Wesen zu töten und schickt sie schwer bewaffnet in eine Vorstadt. Dort angekommen, haben allesamt keine Ahnung was das alles zu bedeuten hat, doch nach kurzer Zeit offenbart sich, dass sie in einem gnadenlosen Überlebenskampf gegen übernatürliche Wesen stehen.

So viel also zur Geschichte des Japan-Hits, die auch gleich den ersten positiven Aspekt verkörpert. Denn die Story ist zum einen originell und wird zum anderen auch durchaus gut erzählt und legt wert auf die Chrakterentwicklung. Allerdings wirkt diese gen Ende etwas fahrig und der Hauptprotagonist Kei bekommt vollkommen grundlos und unglaubwürdig andere Züge verliehen, nur um diese nach dem Höhepunkt wieder abzulegen. Außerdem verliert sich die Dramaturgie in aufgesetzt wirkenden Heldenpathos und leichten Kitsch. Gut gelungen ist hingen die Regie von Shinsuke Sato (The Princess Blade), gekonnt führt er durch die verschiedenen Umgebungen und überzeugt mir guten Schnitten, sowie Übergängen. Wenig überzeugend fallen die Actionszenen aus, diese stellen einen der Kernpunkte des Films da und wirken äußerst durchschnittlich und langweilen, visuell wäre hier deutlich mehr drin gewesen. Auch die außerirdischen Gegner fallen leider nur durch unterirdisches Design auf, weder angsteinflössend noch stylisch wirken diese und sind eher ein wenig lächerlich, vielleicht ist dieser Aspekt auch der Vorlage geschuldet. Allgemein zieht sich der Film durch seinen redundanten Aufbau in die Länge, die Helden besiegen ihren Gegner landen wieder in der normalen Welt, um sich nachts wieder in die lahmen Kämpfe zu stürzen. Hier fehlt merkbar der Ideenreichtum der Macher und stattdessen wird die Zeit mit uninteressanten zwischenmenschlichen Gefasel gefüllt, welches die nicht perfekten Darstellerleistungen noch mehr in den Vordergrund stellt. Das einzige was hier heraus sticht, ist die für einen japanischen Film gelungene deutsche Synchronisation, häufig ist diese etwas holprig und laienhaft, aber hier überzeugen die Sprecher, allerdings sind die Dialoge selbst etwas plump. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist, dass der Hintergrund der mysteriösen Geschichte nicht aufgeklärt wird, der Zuschauer tappt also bis zum Ende im dunklen.

Die DVD: Auf ganzer Linie überzeugt die hervorragende Bildqualität und lässt die Blu-ray nicht vermissen, in allen Szenen ist das Bild klar und weist kein Filmkorn oder sonstige Unschärfen auf. Auch der Ton wurde gut auf die Scheibe gebracht und bringt den basslastigen Synthesizer-Score gut herüber. Extras sind leider nicht vorhanden, hier wäre ein Special zur Manga-Vorlage wünschenswert gewesen, um Unkundige aufzuklären, zudem wäre bei einem so Effekt lastigen Film ein Making-Of interessant gewesen.

Fazit: Gantz ist ein nur mäßig unterhaltsamer Science-Fiction Film, der jegliche Kreativität vermissen lässt. Außerdem zieht sich der Film und wird nicht ein Mal durch die uninspirierierten Actionszenen aufgelockert. Positiv hervorzuheben ist, dass der Fokus der Geschichte auf den Charakteren liegt, um so eine gewisse Emotionalität aufzubauen, die sich leider zu oft im Kitsch verliert. Alles in allem ist Gantz – Spiel um dein Leben ein enttäuschendes Werk in Anbetracht der Möglichkeiten, übrig bleibt ein auf den Massenmarkt angepasster Film, den man nicht gesehen haben muss und der schnell in den Tiefen der Bedeutungslosigkeit versinken wird.

 

 

Die Blu-ray-Kritik zu “Wer wenn nicht wir” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Die RAF gehört sicherlich zu einem der dramatischsten Kapitel der deutschen Geschichte. Der Film Wer wenn nicht wir widmet sich nun der Entstehungsgeschichte der Roten-Armee-Fraktion und beleuchtet vor allen die Geschichte von Gudrun Ensslin, Bernward Vesper und wie sie unter anderen Andreas Baader kennengelernt haben. Natürlich ein nicht ganz einfaches Thema, was es nun authentisch umzusetzen gilt.

Bernward Vesper (August Diehl) wächst als Sohn eines berühmten Schrittstellers auf. Er selber möchte auch gerne unter die Autoren gehen. In Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) findet er eine Verbündete und gründet mit ihr zusammen im Jahre 1963 einen Verlag. Zu erst wenig lukrativ, zieht es die beiden nach Berlin wo sie endlich erste Erfolge einfahren können. Außerdem lernen sie dort neue Leute kennen, mit denen sie weitere Geschäfte eingehen und unter anderen Revolutionsparolen aus Amerika importieren und in Deutschland herausgeben. So zieht es sie während der Studentenunruhen in politische Gefilde und sie lernen den jungen Andreas Bader (Alexander Fehling) kennen und zumindest Gudrun fühlt sich zu ihm hingezogen und unterstützt ihn bei seinen Plänen, etwas in Deutschland zu verändern.

Ein sicherlich kontroverses Thema welches in Wer wenn nicht wir behandelt wird. Umgesetzt wird das Ganze von Regisseur Andres Veiel (Black Box BRD) und seine Inszenierung ist wirklich gelungen, jedes Szene wirkt passend und stimmig. Allerdings ist das größte Problem des Films, dass viele wichtige Ereignisse nur angedeutet werden und viele Zuschauer, die sich mit der Thematik nicht so gut auskennen, Probleme bekommen und der Story nicht mehr so ganz folgen könnten. Außerdem wird gerade der Wandel der Hauptcharaktere zu schnell dargestellt und dem grandios und intensiv aufspielenden August Diehl (Die kommenden Tage, Salt) werden leider nur wenige Szenen gewährt, um den Wandel zum Wahnsinn gekonnt darzustellen. Allerdings bestechen alle Schauspieler durch eine herausragende Leistung. Der schon erwähnte Diehl spielt unglaublich glaubhaft und legt die beste Leistung ab, aber auch Lena Lauzemis spielt überzeugend und Alexander Fehling (Goethe!) liefert ebenfalls eine authentische Darstellung des Andreas Baader ab. Der Film stellt zudem Mal nicht die bekannten Ereignisse in den Vordergrund, sondern die Beziehung der Charaktere zu ihren Eltern, dass wird den Zuschauer sicherlich verwundern, allerdings wurde es hier gekonnt und interessant umgesetzt. Hinzu kommt die atmosphärische Kulisse, die sechziger Jahre in Deutschland wurden hier wirklich gut getroffen und die Zeitsprünge werden von originalen und bekannten Ausschnitten des jeweiligen Jahrs unterlegt. In diesen Szenen gewinnt der Film eine dokumentarische Komponente, die sicherlich durch die Filmographie des Regisseurs bedingt ist. Andres Veiel hat bisher nur Dokumentationen gedreht, die sich aber immer durch einen künstlerischen Aspekt ausgezeichnet haben. Bei Wer wenn nicht wir ist das nun umgedreht, Spielfilm mit historischen Hintergrund der einige Merkmale eines Dokumentarfilms durchblicken lässt. Dadurch gelingt es dem Film allerdings nicht den Zuschauer wirklich mitzureißen, weil zu selten einem Handlungsstrang längere Laufzeit gewidmet wird.

Die Blu-ray: Die Scheibe weißt einen guten Schärfe-Grad auf, allerdings fällt gerade in dunkel gehaltenen Szenen ein starkes Rauschen auf. Außerdem wirken manche Szenen etwas unschärfer als andere. Der Ton liegt in einem gut abgemischten DTS-HD 5.1 vor. Extras sind reichlich vorhanden. Interviews mit den beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur, der zudem auch einen Audiokommentar ein gesprochen hat, vermitteln einen guten Eindruck, warum und wie der Film gedreht wurde. Zudem ist eine fast 60 Minuten lange Dokumentation über Andreas Baader enthalten, die den geschichtlichen Hintergrund zum Film verdeutlicht und den Hauptfilm gut ergänzt. Noch eine gute Nachricht für alle Feinde der großen FSK-Logos, der Film hat ein Wendecover.

Fazit: Wer wenn nicht wir bietet eine etwas andere und interessante Sichtweise auf die Geschehnisse vor und während der Zeit der RAF. Allerdings möchte der Film zu viel auf einmal erzählen, so dass die überragenden Darsteller-Leistungen nicht komplett zum tragen kommen können. Alles in allem ist Wer wenn nicht wir ein gutes Werk zu dieser Thematik, der es aber nicht vermag dem Zuschauer mitzureißen und einige Schwächen im Drehbuch aufweist.

Der Film erscheint am 14. Oktober auf DVD und Blu-ray.

Die DVD-Kritik zu “The Fighter” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Filme über den Boxsport gibt es viele, gute und schlechte, bekannte und unbekannte, The Fighter erzählt die wahre Geschichte des Boxers Micky Ward und seines Bruders. Inszeniert wird der Film von David O. Russel (Three Kings, I Heart Huckabees), also ein Regisseur der bisher nur auf Komödien-faden wanderte, liefert nun ein Sportler-Drama ab. Kann das gut gehen?

Der Film handelt von Micky Ward (Mark Wahlberg), der in einer kleinen Stadt namens Lowell in Massachusetts wohnt und dort neben seiner Tätigkeit als Straßenarbeiter, dem Boxsport nachgeht. Trainert wird er dabei von seinem Bruder Dicky (Christian Bale), der einst ein erfolgreicher Boxer war, doch nun nur noch Drogen und Frauen im Kopf hat, den Part der Managerin übernimmt seine Mutter (Melissa Leo). Darunter leidet auch die Karriere seines Bruders und die Lage spitzt sich so weit zu, dass ihn immer mehr Leute vor allen seine neue Freundin Charlenne (Amy Adams) dazu raten sich einen neuen Trainer zu suchen. Nachdem Dick eines Nachts verhaftet wird, darauf ins Gefängnis kommt und er zudem auch noch Streit mit seiner Mutter hat, sieht auch Micky endlich ein, dass es nun an der Zeit ist neue Wege einzuschlagen, damit seine Boxkarriere endlich in die Gänge kommt.

So viel also zur Geschichte von The Fighter. Verkörpert werden die Brüder von Mark Wahlberg (In meinem Himmel, Die etwas anderen Cops) und Christian Bale (The Dark Knight, Public Enemies), die beiden arbeiteten den gesamten Dreh über mit den echten Micky und Dicky zusammen. Bale verbrachte viel Zeit zusammen mit seinem realen Vorbild und kopierte Mimik und sogar seinen Gang. Wahlberg baute sich extra einen eigenen Boxring inklusive Zubehör und trainierte ganze vier Jahre, um möglichst authentisch in seiner Rolle zu wirken und die Physis, sowie die Bewegungen eines Boxkämpfers authentisch darzustellen. Der Lohn für diesen Aufwand ist eine grandiose Darstellerleistung, vor allen Bale spielt absolut hervorragend und bekam zu Recht bei der diesjährigen Oscarverleihung für die beste männliche Nebenrolle, die goldene Trophäe verliehen. Aber nicht nur er wurde für den Film ausgezeichnet, sondern auch Melissa Leo, welche die Mutter verkörperte, sie versetzte sich so intensiv in die Rolle der Mutter, dass Freunde von Leo sie nicht mehr wieder erkannten, man merkt ihr deutlich an, dass sie sehr lange überlegt hat, wie sie ihre Rolle am besten verkörpern soll. Auch die weiteren Nebenrollen seien positiv erwähnt, Amy Adams (Julie & Julia, Verlobung auf Umwegen) spielt hier einen anderen Typ Frau als sonst und zeigt, dass sie sehr wandelbar ist, auffällig ist auf jeden Fall, dass der Film bis in die kleinste Rolle exzellent und passend besetzt wurde. Weiterhin zuträglich für die Authentizität des Fims ist, dass Regisseur David O. Russel den Film komplett in Lowell filmte und nicht im Studio oder an anderen Orten, so hatte er die Möglichkeit die Begebenheiten an den Orten nach zustellen, an denen sie sich wirklich ereignet haben. Außerdem wird durch O. Russels filmischer Vergangenheit, in der er fast nur Komödien drehte, der Film durch eine gewisse Ironie aufgelockert und langweilig wird es dadurch zu keinem Zeitpunkt. Hinzu kommt die fast schon kunstvolle und absolut stimmige Inszenierung des Regisseurs. Die Kämpfe hingegen stehen bei diesem Boxfilm nicht im Vordergrund, sondern die Charaktere und ihre Gefühle, schnell kann man jedem verschiedene Eigenschaften zuweisen und gerade die beiden Hauptdarsteller, differenzieren von Beginn an klar ihre unterschiedlichen Rollen voneinander. Allerdings steigt Wahlberg ab und an auch in den Ring, die Szenen in diesem wurden von einem echten Fernsehteam des US-Senders HBO aufgezeichnet und bringen so noch eine dokumentarische Komponente in den Film.

Die DVD: Fast die gesamte Laufzeit über weist der Film eine gute Bildqualität auf und lässt eine Blu-ray nicht vermissen, außer in den dunkel gehaltenen Szenen fällt ein leichtes Filmkorn auf. Extras sind auch zahlreich vorhanden. Zum einen gibt es eine kurz gehaltene Doku, in der die echten Brüder vorgestellt werden. Weitaus informativer ist allerdings das Behind-the-Scenes Filmchen, welches eine gute halbe Stunde Laufzeit aufweist und in der Anwohner Lowells über die beiden Boxer selber und über die Dreharbeiten in ihrer Stadt plaudern. Aber auch Micky und Dicky melden sich zu Wort und sprechen darüber, was es ihnen bedeutet hat, dass ihre Geschichte verfilmt wird und wie die Darsteller ihre Aufgaben gelöst haben. Erweitert wird der Fluss der Information, durch ausführliche Interviews mit den wichtigsten Darstellern und dem Regisseur. Alles in allem ist genügend Material vorhanden um den Informationsdurst über die wahre Geschichte, der nach dem Film aufkommt, zu stillen.

Fazit: The Fighter ist “der” Sportfilm der letzten Jahre. Die gesamte Aufmachung, von Schauspielern bis zum Regisseur besticht durch eine unglaubliche Authentizität und stellt die Ereignisse möglichst realistisch nach. Außerdem besticht der Film durch seine sympathischen, sowie unsympathischen Charaktere die sowohl ironisch, als auch gefühlvoll in Szene gesetzt wurden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass The Fighter ein hervorragender, emotionaler und fast fehlerfreier Film ist, den sich niemand entgehen lassen sollte. Dieses Werk kann alle Zielgruppen zufrieden stellen, für die einen gibt es spektakuläre Boxkämpfe und unterhaltsame Szenen und für die anderen eine cineastisch anspruchsvolle Aufbereitung und tief gehende Geschichte.

[xrr rating=4.5/5]

The Fighter erscheint am 14.10.2011 auf DVD und Blu-ray.

Die Filmkritik zu “Kill the Boss” 2

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Lange schon sehnt man sich Mal wieder nach einer gelungenen und vor allen lustigen Komödie mit individueller Geschichte, die nicht schon wieder versucht Hangover zu kopieren. Kill the Boss kam gut an in den USA und wurde schon vor dem deutschen Kinostart zur Top-Komödie. Doch bringt der Film auch endlich wieder Spaß ins Kino?

Der Film handelt von drei bodenständigen Bürgern, namens Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis), die einer soliden Tätigkeit nachgehen und allgemein auch sehr zufrieden mit ihrem Leben sind. Doch ein Problem haben sie alle, ihre Chefs. Der eine ist ein durchgedrehter Egozentriker (Kevin Spacey), der nur auf sein eigenes Wohl aus ist und Nick seine versprochene Beförderung verwehrt. Der Chef von Dale (Jennifer Aniston) ist eine nymphomanische Zahnärztin, die ihn dauerhaft an die Wäsche will, obwohl sie weiß, dass er verlobt ist. Der Übergeordnete von Kurt (Colin Farrel) ist ein trotteliger Spinner, dem die vom Vater geerbte Firma vollkommen egal ist und sich lieber mit Prostituierten und Drogen den Arbeitsalltag vergnüglicher macht. Die drei treffen sich abends des öfteren in einer Bar um über ihre Probleme zu sprechen und eines Tages beschließen sie ihre Bosse umzubringen und suchen eine Profikiller (Jamie Foxx) auf, der ihn aber nur einen Tipp geben will, wie sie ihren Plan selber umsetzten können.

So beginnt also die originelle Geschichte von Kill the Boss. Anfangs ist man allerdings etwas ernüchtert, weil die Gags noch nicht so zünden, vor allen die unter der Gürtellinie, welche offensichtlich sehr stark an Hangover und Co. angelehnt sind, wirken sehr gestellt und gewollt. Doch sobald der Film in die Phase kommt, nachdem die drei Freunde entschieden haben ihre Chefs umzubringen, nimmt der Film Fahrt auf und reiht eine gelungene Szene an die andere. Dazu kommen die sympathischen Hauptcharaktere, die gelungen von den Darstellern verkörpert werden, aber auch Kevin Spacey (21, American Beauty), Jennifer Aniston (Meine erfundene Frau, Der Kautions-Cop) und Colin Farell (London Boulevard, Crazy Heart), die nicht in ihre typischen Rollen versetzt wurden, spielen authentisch, glaubhaft und sorgen auch durch ihre Skurrilität für manche Lacher, man merkt wirklich, dass diese drei Stars Spaß hatten an ihren Rollen. Der größte Pluspunkt an Kill the Boss ist allerdings die Story, die durch Individulität besticht und zudem auch noch für eine US-Komödie wirklich gut ausgearbeitet wurde. Denn Kill the Boss kommt ironisch und schwarzhumorig daher, könnte aber noch ein bisschen böser und zynischer sein, dieser Umstand ist wohl dadurch bedingt, dass es sich bei dem Film letztendlich nur um eine amerikanische Komödie handelt, welche auf den Massenmarkt zugeschnitten sein muss, da ist es schon positiv, dass der Film hierzulande ungeschnitten im Kino, mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren, daher kommt. Wenn man aber die gute Geschichte Mal beiseite lässt, denn fällt einen schnell auf, dass die Gags zumindest größtenteils nicht so besonders und einzigartig sind. Zu viel hat man schon ähnlich in anderen Komödien gesehen, allerdings gestaltet Kill the Boss diese bekannten Genre-Koventionen wiederrum auf eigene und sehr charmante Art und Weise.

Fazit: Kill the Boss ist ein rasantes und kurzweiliges Kino Vergnügen und endlich Mal wieder eine gelungene Komödie. Der Film vereint gelungene und amüsante Darsteller-Leistungen mit einer originellen und vor allen frischen Geschichte, die mit sehr viel schwarzen Humor daherkommt. Allerdings wirken gerade im ersten Drittel die Gags etwas gewollt und der Film kommt erst nach gut dreißig Minuten in die Gänge, fährt dann aber mit großen Geschützen auf und es gibt mehr als nur eine Szene in der man Tränen lachen kann.

[xrr rating=3.5/5]

 

Die DVD-Kritik zu “Unknown Identity” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Unknwon Identity erregte hierzulande großes Aufsehen, weil er komplett in Deutschland gedreht wurde. Entsprechend groß war hierzulande der Fokus auf den Film, der zum Abschluss der Berlinale 2011 lief. Erwartet wurde ein rasanter Thriller, mit interessanter Geschichte, vor der Kulisse Berlins, ob der Film von Regisseur Jaume Collet-Serra (House of Wax, Orphan – Das Waisenkind) diesen Erwartungen standhalten kann erfahrt ihr in der folgenden Kritik.

In dem Film geht es um den Forscher Dr. Martin Harris (Liam Neeson), der mit seiner Frau Elizabeth (January Jones) aus Berufsgründen nach Berlin reist. Im Hotel angekommen, fällt Martin auf, dass er einen wichtigen Koffer am Flughafen vergessen hat und steigt prompt in ein Taxi, Richtung Berlin-Tegel. Bei der Fahrt zurück gelangt Harris in einen schweren Unfall, den er nur um Haaresbreite überlebt. Als er nach vier Tagen Koma im Krankenhaus aufwacht, fällt ihm auf, dass er einige wichtige Informationen über sich selbst vergessen hat und zudem seine gesamten Papiere verloren gingen. Darauf begibt er sich sofort zurück ins Hotel um seine Frau aufzuspüren, doch als er mit ihr redet, will sie weder eingestehen, dass sie ein Ehepaar sind, noch das sie ihn jemals zuvor gesehen hat. Stadtessen taucht ein anderer Mann auf und behauptet er sei Dr. Martin Harris und wäre der Ehepartner von Elizabeth. Mit Hilfe der Unglücks-Taxifahrerin Gina (Diane Krüger) und Ex-Stasi-Agent Jürgen (Bruno Ganz) muss er nun seine eigene Identität beweisen, doch werden ihm dabei von einem mächtigen Feind einige Steine in den Weg gelegt.

Die gesamte Geschichte, rund um eine Person, auf der Suche nach der eigenen Identität, klingt erst einmal bekannt und erinnert stark an die Bourne-Trilogie. Allerdings geht die Geschichte von Unknown Identity einen eigenen Weg und erinnert nur selten an die Filmreihe mit Matt Damon. Auf konventionellen Wegen schreiten hingen die Actionszenen, zwar sind sie solide umgesetzt worden, wirken allerdings wie aus dem Hollywood-Baukasten und sind ziemlich generisch. Die meisten dieser Szenen, treten erst im letzten Teil des Films auf, vorher beschränkt sich der Film auf den Aufbau der Charaktere und lässt sich dabei viel Zeit, so dass der geneigte Action-Fan Probleme bekommen und Langatmigkeit auftreten könnte. Auch Darstellerisch ist der Film mit Sicherheit kein Juwel, alle Darsteller agieren äußerst solide, kommen aber nie über Durchschnitt hinaus. Liam Neeson (96 Stunden) stapft etwas unbeholfen durch Berlin und auch Diane Krüger (Inglorious Basterds) wirkt wenig authentisch und ihre Rolle als Taxifahrerin mit Integrationshintergrund, ist doch ein wenig bizarr wenn man bedenkt, dass sie gebürtige Deutsche ist. Einzig Bruno Ganz (Der Untergang), weiß zu überzeugen und spielt seine Rolle realistisch und glaubwürdig. Positiv hervorzuheben ist auch die gut verwobene Geschichte, die den Zuschauer sehr lange im unklaren lässt und gerade zum Ende hin, mit einem überraschenden Twist nach dem anderen aufwartet. Auch die unkonventionelle Geschichte wird gut erzählt, wirkt nur wenig konstruiert und bis zum Höhepunkt baut sich eine gute Spannungskurve auf, die den Zuschauer gebannt auf die Auflösung warten lässt. Allerdings wird sich der Film häufig vergleichen lassen müssen, mit Filmen wie 96 Stunden oder der Bourne-Trilogie, diesem Vergleich hält der Film nicht stand, es fehlt einfach an diversen überzeugenden Argumenten um an die genannten Werke heranzukommen. Die Umgebung des Films hingegen wirkt erfrischend neu, denn Berlin war bisher selten Hauptschauplatz eines aufwendig produzierten Kinofilms.

Die DVD besitzt eine gute Bildqualität, die sich durch den gesamten Film zieht. Ein paar Extras sind auch vorhanden. Zwei Videos mit jeweils vier Minuten Lauflänge, vermitteln die Meinung der Schauspieler zu dem Film und interessante Hintergrundinfos. Allerdings sind sie etwas kurz und hätten noch ein paar Szenen vom Set zeigen können. Außerdem gibt es noch Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur, die keine Fragen offen lassen und in denen die Schauspieler unter anderen erklären wie sie zu dem Film gekommen sind und was sie bei den Dreharbeiten erlebt haben. Alles in allem bietet die DVD gutes und informatives Bonusmaterial, welches allerdings etwas dünn ausfällt.

Fazit: Unknown Identity ist ein gut gemachter Verschwörungs-Thriller, der handwerklich gut inszeniert wurde. Allerdings bieten die Action-Szenen nur gewohnte Kost und auch die überwiegende Zahl der Darsteller agiert nur durchschnittlich. Überzeugen kann die intelligent verwobene Geschichte, die Dramaturgisch gelungen in Szene gesetzt wird, allerdings fehlt noch der letzte Funken, um an offensichtliche Vorbilder wie 96 Stunden oder Der Bourne-Trilogie heranzukommen. Alles in allem ist Unknown Identity ein solider Film, auf einer guten DVD, vor stimmiger Hauptstadt-Kulisse, der sich im Mittelfeld seines Genres einreiht.

[xrr rating=3.5/5]

Unknown Identity erscheint am 6.10. auf DVD und Blu-ray.

Die DVD-Kritik zu “Betty Anne Waters” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

So viel vorweg, Betty Anne Waters ist ein besonderes Werk, er wird sicherlich nicht jedem gefallen. Vor allen ist der Film eines, ruhig erzählt. Sicherlich lief der Film auch an vielen vorbei, deswegen werde ich im Folgenden jeden den Film etwas näher bringen und empfehlen. Aber worum geht es eigentlich?

Der Film handelt von Betty Anne Waters (Hilary Swank), die eine schwierige Kindheit durchlebt hat und während dieser eine enge Beziehung zu ihren Bruder (Sam Rockwell) aufgebaut hat. Eines Tages begibt sich allerdings, dass ein Mord in dem kleinen Ort geschieht, in dem Betty wohnt. Ihr Bruder wird als Verdächtiger vor Gericht gezogen und aufgrund erdrückender Beweislage verurteilt. Betty Anne in der absoluten Gewissheit, dass ihr Bruder unschuldig ist, beschließt ihren Schulabschluss nachzumachen und Jura zu studieren um ihren Bruder aus dem Gefängnis zu holen.

Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und man findet auch allerhand dazu im Internet, sollte sich aber bevor man ihn sieht, nichts zu dem Fall durchlesen, um vollkommen unbefangen den Film genießen zu können. Zum einen ist das Problem, dass Hollywood-Produktion, die von echten Begebenheiten inspiriert wurden, häufig zur Überdramatisierung neigen und meistens zu banal und zufällig wirken, dieses trifft auf Betty Anne Waters nicht zu. Der Film bleibt stets auf dem Boden und wirkt wie aus dem realen Leben gegriffen, er verzichtet auf jegliche Art von Überinszenierung. Außerdem schafft der Film es perfekt, den Zuschauer im unklaren zu lassen, was denn nun alles hinter dem Mord steckt und wer nun der Schuldige ist. Zudem ist die Schauspielerische Leistung hervorzuheben, Hilary Swank (Million Dollar Baby) nimmt man die Rolle sofort ab. Betty Anne steht zwischen dem Stress ihres normalen Familienlebens und dem Leistungsdruck an der Uni, Swank verkörpert die Rolle mit einer unglaublichen Tiefe und realitätsnah. Auch Sam Rockwell (Moon) spielt ausgezeichnet, der Bruder von Betty Anne ist ein temperamentvoller Sturkopf und Rockwell spielt die Rolle sehr authentisch und überzeugend. Tony Goldwyn (Der letzte Kuss) inszeniert den Film äußerst stimmig und die gesamte Athmosphäre wirkt passend und unterkühlt. Zudem ist der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig, die juristischen Szenen sind weder dröge noch langatmig, sondern zeigen nur kurze Ausschnitte der Verhandlungen, über die angenehme Lauflänge bezieht der Film seine Spannung aus den interessanten Charakteren und brillanten Darstellerleistungen. Für viele wird sich der Film wahrscheinlich aber langziehen wie ein Gummiband, vor allen die sonst auch noch nie was mit dieser Art Film zu tun hatten, letzendlich sollte jeder selber entscheiden, ob ihn die Geschichte interessiert und man sich den Film ansehen sollte.

Fazit: Betty Anne Waters ist erfrischend unprätentiös und ruhig erzählt, weit entfernt vom glattgebügelten amerikanischen Kino und jeglichen Kitsch. Die Darsteller verkörpern ihre Rollen perfekt und die Geschichte langweilt zu keinem Zeitpunkt. Es wird sicherlich viele Leute geben, die aufgrund der langsamen Erzählweise nicht viel mit dem Film anfangen können, aber für jeden dessen Interesse auf den Film durch diesen Text auch nur Ansatzweise geweckt wurde, spreche ich eine absolute Empfehlung aus.

[xrr rating=4/5]

Die Filmkritik zu “Midnight in Paris” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Midnight in Paris ist der neuste und nun mittlerweile 41. Film von Regisseur Woody Allen, der häufig mit qualitativ hochwertigen Komödien mit melancholischen und nachdenklichen Einfluss in Verbindung gebracht wird. Auch sein neuster Film geht genau in diese Richtung.

In Midnight in Paris geht es um den wenig erfolgreichen Drehbuchautor Gil (Owen Wilson), der mit seiner zukünftigen Inez (Rachel McAdams) ein paar Tage in Paris verbringt. Dort treffen sie auf ein bekanntes Päärchen, mit welchem sie einige Sehenswürdigkeiten der Stadt besuchen. Allerdings ist Gil davon nicht so begeistert, unter anderen, weil sich seine Verlobte offensichtlich zum pseudo-Intellektuellen Paul (Michael Sheen) hingezogen fühlt  und erkundet die Stadt der Liebe auf eigene Faust. Verträumt schlendert er durch die Straßen und sehnt sich, in eine längst vergangene Zeit zurück. Bis eines Abends, als die Kirchenuhr Mitternacht schlägt, ein Auto direkt vor dem Autor hält und die Insassen ihn dazu überreden einzusteigen. Als Gil das Auto verlässt befindet er sich urplötzlich im Paris der zwanziger Jahre.

Klingt schonmal nach einem modernen Märchen und genau das ist der Film auch, vor allen ein hervorragend erzähltes. Natürlich gibt es keine spektakulären Szenen oder dramatischen Wendungen, trotzdem ist der Film zu keiner Sekunde langweilig und hält den Zuschauer stets bei Laune. Denn der Film ist nicht nur unglaublich charmant erzählt, sondern würzt das Ganze auch noch mit gut dosierten ironischen und subtilen Humor, der für diverse Lacher sorgt, ohne dabei aufgesetzt oder gezwungen zu wirken. Außerdem sind die Haupt-Characktere unglaublich sympathisch ausgearbeitet, wie von den Filmen Allens gewohnt, hat jeder seine Macken oder irgendwelche Schwächen und wirken dadurch äußerst realistisch. Zudem ist das Geschehen gekonnt eingefangen und vermittelt ein treffendes und athmosphärisches Bild von Paris, als zauberhaft könnte man die Inszenierung Woody Allens bezeichnen, der Regisseur entführt den Zuschauer in eine längst vergangene Zeit und lässt alles in der Umgebung vergessen, untermalt wird das Ganze von stimmer und passender Musik. Überhaupt ist der gesamte Film eine Liebeserklärung an die Stadt an der Saine und an die Kunst und Kultur, die aus der selbigen entspringt. Hinzu kommt, dass der Film gleichzeitig ein Plädoyer für und gegen Nostalgie darstellt, jede möchte wohl einmal der gewohnten Umgebung entfliehen und in eine favorisierte Zeitperiode flüchten, der Autor Gil tut dies um Inspiration zu sammeln. Bei seiner Reise trifft er auf legendäre Künstler und Schriftsteller, hier seien nur mal Pablo Picasso (Marcial Di Fonzo Bo), Ernest Hemmingway (Corey Stoll), F. Scott Fitzgerald (Tom Hiddleston) und Luis Buñuel (Adrien de Van) genannt, gerade diese Begegnungen sorgen auch nochmal für den ein oder anderen Schmunzler. Auch die Schauspielerriege ist bis in die letzte Nebenrolle ausgezeichnet besetzt, vor allen Hauptdarsteller Owen Wilson (Darjeeling Limited, Woher weißt Du, dass es Liebe ist) brilliert in seiner Rolle und zeigt einer seiner bisher besten Leistungen und spielt die Rolle des Autors authentisch und sympathisch und auch Marion Cotillard (Inception, Big Fish) spielt ausgezeichnet. Wie man an meiner Kritik sicherlich merkt, ist es wirklich schwer etwas negatives an Midnight in Paris zu finden, vielleicht das dem Film die Höhepunkte fehlen, allerdings wirkt der Film so als wäre er absichtlich unprätentiös und ruhig erzählt, sicherlich hat der Film seine für die Geschichte unwichtigen Momente und die Handlung plätschelt auch gerne mal vor sich hin, aber eigentlich trägt das nur noch zur verträumten Athmosphäre des Films bei.

Fazit: Midnight in Paris ist einer der absoluten Top-Filme diesen Sommers. Das neuste Werk von Woody Allen, enttäuscht in keinster Weise und bietet ironische, melancholische Unterhaltung. Zeitgleich rechnet der Film aber auch charmant mit pseudo-Intellektuellen und Oberflächlichkeiten ab und beschäftigt sich mit allen Zügen der Nostalgie. Abschließend bleibst festzuhalten, dass Midnight in Paris kaum Schwächen besitzt und ein absoluter Top-Film für alle ist, die auch nur ansatzweise einen Draht zu diesem Genre haben.

[xrr rating=4/5]

Die Filmkritik zu “Planet der Affen: Prevolution” 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Nachdem Tim Burton im Jahre 2001, erfolglos versucht hat die Kultserie Planet der Affen wieder zubeleben, strebt nun Ruper Wyatt (The Escapist) erneut an, mit Planet der Affen: Prevolution der Filmreihe neues Leben einzuhauchen.

Der Film handelt von dem jungen Forscher Will Rodman (James Franco), der an einem Mittel gegen Alzheimer arbeitet. Um dieses Medikament zu testen, werden Affen benutzt und dabei auch durchaus positive Ergebnisse erzielt. Allerdings bricht eines Tages, einer der Affen aus und verwüstet das gesamte Forschungsgelände, bis er von einem Sicherheitbeamten erschossen wird, darauf wird das Projekt beendet. Will kann gerade noch ein erst geborenes Affenbaby (Andy Serkis) retten und nimmt es bei sich zu Hause auf. Darauf leben die beiden viele Jahre mit Wills kranken Vater (John Lithgow) zusammen, bis sich ein Zwischenfall ereignet und der Affe in ein Tierheim gesperrt wird.

Das ist also die Story zu dem Film, der die Vorgeschichte zum Original erläutern soll und genau das macht Planet der Affen: Prevolution auf eine intelligente und realistische Weise, es wirkt weder aufgesetzt oder halbgar, denn hier wurde eine logische Geschichte erdacht, die sich gut in das Gesamtuniversum der bekannten Filme einpasst. Außerdem sind die Affen von den WETA-Studios (Herr der Ringe, King Kong), derart Detailgetreu und realistisch animiert, dass man sich zuerst einmal bewusst machen muss, dass es sich um keine echten handelt, in dieser Form hat man so etwas noch nicht gesehen. Allerdings achtet der Film nicht nur auf spektakuläre Effekte, sondern erzählt auch eine tolle Geschichte. Denn die meiste Zeit konzentriert sich Prevolution, auf die Charaktere und die Story, natürlich ist das Ganze etwas oberflächlich, letztendlich ist der Film nunmal nur ein Blockbuster, aber trotzallen unterscheidet ihn das schonmal positiv von den anderen seiner Art. Allerdings baut sich die Geschichte leider etwas schleppend auf und verkrampft sich dabei zu lange auf einen Handlungstrang. Wiederrum überzeugend ist die Leistung der Schauspieler, James Franco spielt souverän, kommt allerdings nicht an seine Leistung aus 127 Hours heran, in weiteren solide verkörperten Rollen sind u.a. Tom Felton (Malfoy aus Harry Potter), Tyler Labine (Tucker and Dale vs. Evil) und Freida Pinto (Miral) zu sehen. Am meisten überzeugt allerdings Andy Serkis (Herr der Ringe, King Kong), der für den adoptierten Affen Ceasar, erneut in den Motion-Capturing Anzug schlüpfte. Serkis transportiert durch die  Gesichtszüge ausgezeichnet die Gefühlslage des Tieres, sie wirken absolut authentisch und realistisch. Untermalt wird das gesamte Geschehen, von der stimmigen und gelungenen Musik, von Patrick Doyle, welche sich wohltuend vom sonstigen Synthesizer-Gebbrumme absetzt.  Was man dem Film hingegen wieder vorwerfen kann ist, dass er sich an einigen Stellen zu ernst nimmt, durch die Thematik bedingt, hätte man vielleicht etwas ironischer an die Sache herangehen sollen. Positiv hervorzuheben ist wiederrum, dass der Film subtil versucht eine Botschaft gegen Tiere in Gefangenschaft zu vermitteln, ohne dabei jemals mit den erhobenen Zeigefinger zu schwingen. Zudem hält der Film mit diversen Verweisen und Anspielungen auf die Originalfilme, für Fans gewisse Schmankerl bereit.

Fazit: Planet der Affen: Prevolution ist mit das beste Kinoerlebnis, diesen Sommers. Der Film konzentriert sich nicht auf die Effekte und die Actionszenen, sondern legt das Hauptaugenmerk auf die Geschichte und die Charaktere. Hinzu kommen die überragenden CGI-Affen, der herausragende Andy Serkis und die logische Verbindung, die zu den Originalfilmen hergestellt wird. Vorwerfen kann man dem Film hingegen, dass er einige schwächen im Drehbuch aufweist, sich zu Ernst nimmt und etwas unspektakulär daherkommt. Alles in allem ist Planet der Affen: Prevolution, ein gelungenes Kinoerlebnis und eine gut durchdachte Neu-Interpretation der bekannten Planet der Affen Filme.

[xrr rating=3.5/5]

Die Filmkritik zu “Super 8″ 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Bmx-Räder, Zeitmaschinen, Außerirdische, Lichtschwerter und Peitschen schwingende Abenteurer, filmisch gesehen waren die achtziger schon eine tolle Zeit. Nun strebt Regisseur und Autor J.J. Abrams (Star Trek, Lost) zusammen mit Hollywoodlegende Steven Spielberg, als Produzent, an, den Geist dieser Zeit wieder visuell auferleben zu lassen. Natürlich sind die Erwartungen entsprechend hoch, wenn diese beiden Namen zusammen an so einem Projekt arbeiten, doch kann der Film qualitativ wirklich mit seinen Vorbildern mithalten?

In Super 8 geht es um Joe Lamb (Joel Courtney), der zusammen mit seinen Freunden an einem Hobbyfilm arbeitet. Für die Dreharbeiten, besuchen sie eines Abends den abgelegenen Bahnhof ihrer Stadt. Während dieser fährt ein Zug der Air-Force an ihnen vorbei, der mit einem Jeep zusammenstößt und entgleist. Als sie die Unglücksstelle erkunden, beobachtet Joe, wie irgendeine Kreatur sich aus einen der Waggons befreit. In den darauf folgenden Tagen passieren merkwürdige und mysteriöse Dinge, die sich niemand erklären kann und zudem gerät die Stadt in den Fokus des Militärs. Joe und seine Freunde geraten nun in diesen Konflikt und zudem hat ihre Super 8-Kamera Aufnahmen von der Kreatur gemacht.

So viel also zur Geschichte des ehrgeizigen Projekts, der beiden Hollywoodgrößen. Nur eine gute und interessante Story allein reicht aber nun einmal nicht, wichtig ist außerdem, dass die Charaktere sympathisch sind und man mit ihnen mitfiebert und das ist Autor J.J. Abrams wirklich gut gelungen. In der ersten Hälfte des Films, werden die Hauptfiguren allesamt ausreichend vorgestellt und man lernt die verschiedenen Eigenschaften selbiger kennen und es ist keiner dabei, der einem in irgendeiner Form unsympathisch wäre. Verstärkt wird dieser Eindruck, durch die gute darstellerische Leistung der Jungschauspieler, hier und da gibt es sogar einige sehr charmante Szenen, die auch für einen ungezwungen Lacher gut sind. Während dieser Zeit wird die Spannung gut aufgebaut und man freut sich auf jede weitere Szene, von denen keine aufgesetzt wirkt. Schade ist nur, dass im letzten Drittel des Films, all das wieder zu Nichte gemacht wird und die gesamte Emotionalität die aufgebaut wurde von lieblosen Actionszenen zerstört wird, die Kinder werden zu Puppen in einem Kleinkrieg und der Film verliert die eigentliche Zielgruppe aus dem Auge. Auch die Identität des Monster, welches schließlich einen wichtigen Part in der Geschichte übernimmt, wird erst viel zu spät aufgedeckt und dessen Geschichte darauf zu schnell zu Ende gebracht und die anfangs gut aufgebaute Spannung geht verloren. Allgemein wirkt das Ende sehr halbgar und der Film verliert den Faden und möchte zu viel auf einmal. Zu gute halten kann man allerdings wieder, dass für den Filmfan hier und da nette Anspielungen auf diverse Klassiker zu finden sind.

Fazit: Super 8 ist nicht der erhoffte Superhit, aber auch kein totaler Reinfall. Er ist lediglich nur, eine unterhaltsame Hommage an das Kino der Achtziger, ohne aber wirklich zu irgendeinem Zeitpunkt die Qualität der Vorbilder zu erreichen. Zu schnell wird die Spannung vernichtet und der Charme verfeuert. Allerdings brilliert der Film durch die sympatischen Characktere und die ungezwungene Erzählweise. Alles in allem ist Super 8 ein solider Sommer-Blockbuster mit einigen Erzählschwächen, der aber trotz allem gut unterhält.

[xrr rating=3/5]

 

Die Filmkritik zu “Green Lantern” 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

200 Millionen US-Dollar verschlang das Mammutprojekt von Warnerbros., mit dem das Filmstudio entsprechend ehrgeizige Pläne hat, denn nachdem der letzte Teil der erfolgreichen Harry Potter Serie in den Kinos läuft, muss schließlich eine neue Goldgrube her. In Amerika gelang das schonmal nicht, denn dort hat der Film, nachdem er von den Kritikern in der Luft zerissen wurde, nicht einmal annähernd die Kosten eingespielt. Doch hat der Film das wirklich verdient? Erfahrt es in der folgenden Kritik.

In Green Lantern geht es um den Testpiloten Hal Jordan (Ryan Reynolds), der verantwortungslos in den Tag hinein lebt und stets nicht über die Konsequenzen nachdenkt, die seine Taten nach sich ziehen. Doch so kommt es in der Galaxie dazu, dass der Green Lantern Corps, eine Organisation die für die Sicherheit im Universum zuständig ist, stark geschwächt wird, weil ihr stärkste Wiedersacher Parallax aus seiner Verbannung entkommen konnte und es ihm gelang einen der mächtigsten Mitglieder des Corps zu verletzten, so dass er auf der Erde notlanden muss. Auf dieser angekommen beauftragt er seine grüne Laterne seinen Nachfolger auszuwählen, die Wahl trifft auf Hal. Ihm wird ein Ring verliehen, mit dem er mit der Kraft seiner Gedanken alle möglichen Gegenstände und Waffen herbeizaubern kann. Mit diesem mächtigen Gegenstand liegt es nun also ausgerechnet an ihm, die Bedrohung aus dem All zurückzuschlagen.

Inszeniert wird der Superhelden Film von Martin Campbell, der schon mit Casino Royale bewiesen hat, dass er intelligente und spannende Action inszenieren kann. Doch bei Green Lantern gelingt ihm das nicht, jede Actionszene ist so spektakulär wie ein Tischfeuerwerk und man fragt sich, ob nicht das gesamte Budget dem Marketing zum Opfer gefallen ist. Zudem besitzen die meisten Charaktere keine einzige Eigenschaft oder besondere Individualität, dass man mit ihnen mitfiebern würde oder sie gar sympathisch wären. Gerade der Bösewicht ist in Farblosigkeit, kaum zu übertreffen. Einzig der Hauptprotagonist, bedingt durch Schauspieler Ryan Reynolds (Burried), hat ein paar Szenen in denen er sich positiv vom Rest absetzt, die aber auch schnell wieder vom Drehbuch zu Nichte gemacht werden. Denn die Dialoge übertreffen sich nur in Plump-und Dummheit und die Geschichte tritt in ein Klischee nach dem anderen und nimmt sich viel zu ernst, da ist Fremdschämen angesagt. Außerdem wird die komplexe Geschichte der Vorlage nur grob angerissen und der unkundige Zuschauer wird von Szene zu Szene gehetzt, ohne wirklich die kompletten Zusammenhänge vermittelt zu bekommen. Positiv ist der Stil zu erwähnen, der ganz Nett anzusehen ist, aber auch viel zu wenig visuell gewürdigt wird. Zudem hätte man bei dem großem Geld, welches hinter der Produktion steckt, spektakulärere CGI-Effekte erwartet, alles wirkt arg künstlich und glatt gebügelt. Gerade die Szenen in denen Hal, Dinge mit seiner Gedankenkraft erscheinen lässt, hätte man viel kreativer gestalten können.

Fazit: Green Lantern ist in jeder Weise eine Enttäuschung. Die Effekte wirken billig, die Dialoge sind dähmlich und wirken aufgesetzt und der Zuschauer wird von der Geschichte einfach nicht mitgerissen. Dem Film fehlen jegliche Höhepunkte und die Charaktere sind Charmelose Puppen im CGI-Karusell, welches nur wenige ansähnliche Momente bietet. Interessant ist der Film, wirklich nur für Fans der Vorlage, die sehen wollen was aus der geliebten Vorlage geworden ist oder für diejenigen, die ihre Erwartungen ganz nach unten gesenkt haben, denn da steht Green Lantern.

[xrr rating=1/5]

Die Filmkritik zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Es kommt einem vor als wäre es gestern gewesen, als der elfjährige Harry von Hagrid aus den Fängen seiner dümmlichen Verwandten befreit wurde und zum ersten Mal Hogwarts betrat. Ganze elf Jahre danach, wird mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 eine der größten und erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten zu Ende gebracht. Fans auf der ganzen Welt werden wohl voller Freude, begleitet von einer gewissen Abschiedstrauer in die Kinos stürmen und miterleben wie der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Harry Potter und Lord Voldemort zu Ende geführt wird. So eine großes Franchise braucht natürlich einen würdigen Abschluss und Regisseur und Cast versprachen im Vorfeld des Öfteren, dass niemand vom neusten Film enttäuscht sein wird. Also hatten sie Recht? Vollendet Harry Potter 7.2 die Serie entsprechend fulminant und packend?

Der Film beginnt, nachdem Voldemort (Ralph Fiennes), den Eldarstab aus Dumbledores (Ciarán Hinds) Grab genommen hat und Harry (Daniel Radcliffe) und seine Freunde den Fängen der Todesser gerade noch einmal entkommen konnten. Nun bemühen sie sich darum, die letzten Horkruxe aufzuspüren und zu zerstören, damit der Dunkle Lord besiegt werden kann. Hilfreich dabei ist ihnen, der bei der Flucht aus dem Hause der Malfoys befreite Kobold, der nun den drei Freunden dabei helfen soll in die Zaubererbank Gringotts einzudringen, weil sich dort ein weitere Horkrux befinden soll.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn jeder weitere Satz würde sicherlich die Spannung rausnehmen, weil Harry Potter 7.2 nach einer minimalen Anfangsequenz spektakulär startet. Alle Zeichen stehen von Beginn an auf epischen Abschluss. Allerdings verliert sich das Drehbuch dadurch in zu schnellen Sprüngen, nun hat man den Autor schon die Möglichkeit gegeben, die Handlung des siebten Buches über zwei Filme zu verteilen und trotzdem gelingt es nicht, alle wichtigen Szenen der Vorlage perfekt zu übernehmen und entsprechend visuell umzusetzen. Zu schnell springt der Film gerade zu Beginn von Szene zu Szene um nur möglichst schnell zum finalen Shodwon zu kommen. Das ist aber zum Glück nur zum Anfang des Filmes störend aufgefallen, im späteren Verlauf wird die Handlung im nachvollziehbaren und gut balancierten Tempo packend erzählt. Natürlich fällt auf, dass der zweite Film weitaus mehr Actionszenen und primäre Handlungsstränge bietet als der Teil zuvor, allerdings ist das natürlich auch der Buchvorlage geschuldet die in der ersten Hälfte das Finale langsam einleitet. Umso besser für diejenigen, denen Harry Potter 7.1 zu langatmig war.

Dieses Mal stapelt sich eine spektakuläre Szene auf die andere, wirklich eines Abschlusses würdig, da haben die Beteiligten Wort gehalten,enttäuscht wird in diesem Bereich wirklich kein Fan das Kino verlassen. Jede Szene ist Top inszeniert, mittlerweile scheint sich Regisseur David Yates eingependelt zu haben und liefert mit den Actionszenen im neuesten Potter wirklich gute Arbeit ab, keine schnellen Schnitte oder sonstige Stilfehler fallen negativ auf. Schauspielerisch hingegen bewiesen sich die Hauptdarsteller über die gesamte Serie nie als großartig und besonders mitreißend, solide waren sie und so ist es auch nicht anders im aktuellen Film, positiv hervorzuheben ist wie eh und je Emma Watson, die als Hermine wie auch zuvor den besten Job hinlegt. In den diversen Nebenrollen, überzeugen bekannte englische Schauspieler, wie u.a. Ralph Fiennes (Voldemort), Alan Rickman (Severous Snape) oder die zweifache Oscarpreisträgerin Maggie Smith (Minerva McGoanagall), die man aber auch schon aus den vorherigen Teilen kennt und lieben bzw. hassen gelernt hat. Allgemein kann man sagen, dass man die Charaktere und Geschichte schon mögen muss, all diejenigen die schon zuvor nichts mit der Geschichte rund um den Zauberschüler anfangen konnten, werden sicherlich auch jetzt nicht damit warm werden, vor allen sollte man auch unbedingt die Vorgänger gesehen haben, weil man sonst wirklich keine Chance hat der Story zu folgen und die Zusammenhänge nicht klar werden. Wenn möglich sollte man auch unbedingt eine Vorstellung in 2D besuchen um sich den Aufpreis fürs vollkommen wirkungslose 3D zu sparen, hiermit wollte Warnerbros. nur noch mehr Geld in die Kassen spülen. Zudem ist der neuste Film der Serien keiner für die ganze Familie, düster ist der gesamte Film, der Tod ist ein häufig auftrender Gast, hier werden keine Gefangenen genommen, eiskalt und gnadenlos wird aufs Ende zugesteuert. In diesem Tunnel der Verwüstung gehen leider aber schnell Emotionen verloren und manche Dinge werden lieblos abgehandelt, vielleicht hätte dem Film eine längere Laufzeit gut getan, um auch noch das leider nur nette Ende entsprechend auszuschmücken und diese großen Ära ein noch würdevolleres Ende zu bereiten. Denn der finale Kampf zwischen Harry und Voldemort ist es allemal.

Fazit: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 beendet fulminant und absolut packend die Serie. Negativ fällt auf, dass durch das Drehbuch bedingt, wichtige Szenen zu schnell abgehandelt werden und durch die daraus resultierende Oberflächlichkeit, wichtige Emotionen dem Zuschauer nicht vermittelt werden können. Allerdings sind die Actionszenen toll inszeniert worden und werden jeden Fan zufrieden stellen, die Story erweist sich aber als gewohnt Einsteigerfeindlich, also sollte jeder Neuling erstmal von vorne beginnen. Abschließend kann man sagen, dass der letzte Harry Potter Film die Serie würdevoll abschließt und ein großartiges Kinoerlebnis bietet, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

[xrr rating=4/5]

Filmkritik zu “Restrepo” – Die blutige Wahrheit des Krieges 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Filmemacher Sebastian Junger und Tim Hetherington

Ein Kinofilm ist etwas Schönes. Man weiß immer das, wenn es doch einmal zu heftig wird, alles nur Fiktion ist. Doch die Kriegsdokumentation Restrepo – Die blutige Wahrheit des Krieges ist keiner dieser Filme, bei der man die nötige Distanz wahren kann. Es wird die knallharte ungeschönte Wahrheit des Krieges in Afghanistan, das schon zu viele Menschenleben gekostet hat, auf eine noch nie da gewesene Weise gezeigt. Die Kamera hält drauf, wenn einer der US-Soldaten um seinen Kameraden trauert, der unmittelbar zuvor von Taliban-Kämpfer erschossen wurde. Oder Kinder geschockt voller Dreck und blutverschmiert in die Kamera schauen. Es sind diese Momente, die den Zuschauer schockt und nachdenklich stimmt. Und genau das ist es auch, was die beiden Regisseure Sebastian Junger und Tim Hetherington erreichen wollen – einmal über den Krieg in Afghanistan nachzudenken und versuchen die Soldaten zu verstehen die jeden Tag um ihr Leben kämpfen müssen.

Restrepo

Restrepo

Der Film beginnt, so wie er endet, mit einer privaten Videoaufnahme einer der Soldaten. Fröhlich und gutgelaunt ziehen sie in den Krieg. „Wir lieben das Leben und ziehen in den Krieg“ sagt einer der Soldaten. Nichtsahnend das er selbst wenige Tage später von Taliban-Kämpfern mit zwei Schüssen am Hals getroffen wird. Der Soldat Juan Restrepo verblutet wenig später im Rettungshelikopter auf dem Weg ins Feldlazarett.

 

Der Restrepo-Posten, der nach dem gefallenen Soldaten Juan Restrepo benannt wurde ist Schauplatz für die nächsten 90 Minuten. Über ein Jahr hinweg begleiteten die Filmemacher ein Platoon der 173. US-Luftlandebrigade bei ihrem Einsatz im Korengal-Tal und zeigen dabei den durch Feuergefechte geprägten, schonungslosen Alltag der Truppe.

Gleich zu Beginn des Einsatzes wird der Trupp von einer USBV (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung) getroffen. Spätestens hier wird klar, die Taliban sind deshalb so schwer zu bekämpfen, weil sie unsichtbar sind. Dieses Gefühl der Ungewissheit, dass hinter der nächsten Erhöhung ein Feind sitzen könnte zieht sich durch den ganzen Film. Der Zuschauer spürt in jeder Sekunde unter welchem enormen Druck die Soldaten stehen müssen. Es ist erschreckend! Es braucht keinen Off-Sprecher, der Film ist selbsterklärend. Soldaten werden immer wieder eingeblendet die über den Krieg in Afghanistan berichten. Es sind die einfachen Soldaten nicht die Politiker, die immerzu diplomatisch über den Krieg sprechen. Einer der Soldaten erzählt kurz nach einem Gefecht, dass der Kampf der absolute Adrenalinrausch ist, besser wie Crack – „nichts ist besser als beschossen zu werden“. In anderen Szenen kämpfen die Soldaten gegeneinander, machen Party, schlitzen eine Kuh auf, spielen Gitarre, töten Taliban-Kämpfer. Es sind eben die total gegensätzlichen Verhaltensweisen der Soldaten, der den Film so authentisch wirken lässt.

Im April 2011 zogen die US-Soldaten aus Restrepo ab. Das Sterben war sinnlos.

Der Film zeigt vorurteilsfrei die Sicht der Amerikaner und die Meinungen der Afghanen ohne dabei für eine Seite Partei zu ergreifen.

Leider wird im Restrepo nicht ganz klar, was die Amerikaner im Korengal-Tal wollen, auch scheint es so, als ob die Afghanen mit denen sich die Soldaten regelmäßig treffen es auch nicht zu wissen.

Regisseur und Kriegsfotograf Tim Hetherington starb am 21. April 2011 bei einem Angriff in Libyen. Er und der Fotojournalist Chris Hondros wurden von einem Granatgeschoss der gadaafitreuen Truppen getötet. Mehr über Tim Hetherington gibt es in unserem Feature zu Restrepo zu lesen.

Die beeindruckende Kriegsdokumentation Restrepo – Die blutige Wahrheit des Krieges erscheint am 7. Juli im Verleih von Kinowelt Home Entertainment. Vorbestellbar ist die DVD auch auf amazon.de.

[xrr rating=4/5]