Dark Shadows – Kritik 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Tim Burton und Johnny Depp sind wohl zwei Namen, die in der jüngeren Filmgeschichte Hollywoods untrennbar zueinander gehören. Schaut man einen Film von Burton findet man meistens auch Depp auf der Liste der Schauspieler und Mitwirkenden. Nun haben sich die Beiden einem neuen Projekt gewidmet und bringen mit Dark Shadows eine schrullige Gruselserie der 1960er Jahre auf die Leinwand.

Die cineastische Variante erzählt die Geschichte von Barnabas Collins (Johnny Depp) der einst mit seinen reichen Eltern in die USA kam, um dort ein Firmenimperium aufzubauen. Während seiner Zeit bandelt er mit der Haushälterin (Eva Green) des Elternhauses an und begeht einen folgenschweren Fehler. Barnabas gesteht ihr, dass er sie nicht liebt und beendet die Affäre. Wie sich herausstellt handelt es sich bei seiner Gespielin um eine Hexe, die einen Fluch über die Familie legt, der zuerst das Leben von Barnabas’ Eltern kostet und den Trauernden dazu verdammt auf ewig als Vampir über den Erdball zu wandeln und sorgt zu allem Überfluss dafür, dass er lebendig begraben wird. 200 Jahre später erwacht der Vampir durch einen Zufall und findet sich im Jahre 1972 wieder, kehrt zum Familienanwesen zurück und muss sich mit den Veränderungen auseinandersetzen.
weiterlesen

Underworld Awakening – Kritik 1

geschrieben von - (Kritiken)

Hach, einen kleinen Sprung hat unser Herz schon gemacht, als wir endlich wieder richtige Vampire und blutrünstige Lykaner auf der Kinoleinwand gesehen haben. Whohoo! Mit Vorfreude, aber auch mit dem „Das-sollte-jetzt-aber-der-Letzte-der-Reihe-sein“-Gedanken gingen wir in die Preview zu Underworld: Awakening. Mit welchem Gedanken wir den Saal wieder verlassen haben, könnt ihr hier rausfinden.

Um euch nicht die Spannung zu nehmen und einige Wendungen nicht zu verraten, halten wir den Inhalt des Films mal recht knapp. Wie in Teil 1 und 2 der Filmreihe wird Awakening von der Vampirin Selene, verkörpert von Kate Beckinsale, erzählt. Als die Rasse der Menschen auf die Vampire und Lykaner aufmerksam wurde, kam es zur Säuberung, um die „Infizierten“ auszurotten. Dabei wurde Selene von der Institution „Antigen“ gefangen genommen und für mehr als zehn Jahre in einem Versuchslabor eingefroren. Nachdem sie befreit wurde, stößt sie auf ein kleines Mädchen, auf das es die Lykaner abgesehen haben. Gemeinsam mit neuen Verbündeten stellt sie sich ihren alten Feinden und kämpft nicht nur um ihr Überleben.

Also erst einmal waren wir heilfroh, dass nicht plötzlich noch eine völlig neue Rasse eingeführt wird, damit auch im vierten Underworld-Teil der Unterhaltungswert nicht verloren geht. Wie erwartet wird am Konzept des Hybriden festgehalten, allerdings etwas abgewandelt und aufpoliert – denn nun darf auch mal ein 12-Jähriges Mädchen an der Metzelei teilhaben. Finden wir super, denn sonst sind Kinder in Filmen meistens lästig und nervig. Außerdem haben sich die Lykaner weiterentwickelt und einen Weg gefunden, stärker und immun gegen Silber zu werden. Das macht die Sache und vor allem die Kämpfe interessanter. Dem Einen oder Anderen mag das alles sehr abgespaced vorkommen und etwas zu weit gehen. Die nette Dame neben uns hat schon nach den ersten fünf Minuten angewiderte Laute von sich gegeben, ein Herr hat nach zehn Minuten das Kino verlassen und wurde nie wieder gesehen. Aber der Fan der Reihe saugt jede Szene gierig auf und freut sich über jeden Spritzer Blut. Und davon gibt es jede Menge.
Die Atmosphäre des Films wurde durch die düsteren Schauplätze und die angespannte Stimmung sehr gut rübergebracht. Durch das neue Element „Menschen“ wird das Geschehen zwar nicht komplett unvorhersehbar, aber es erzeugt den einen oder anderen Twist, der den Zuschauer bei Laune hält. Unterstützt wurde das Ganze von einer richtig, richtig mies gelaunten Selene, wie wir sie noch nicht gesehen haben. Aber schließlich wurde sie jahrelang eingefroren, untersucht und nun will man sie auch noch töten. Da darf man schon mal schlechte Laune haben.

Eigentlich haben wir nur zwei kleine, negative Anmerkungen. Es gab zwei Sachverhalte, die sich mehrmals im Film wiederholt haben und somit dann gegen Ende wenig innovativ daher kamen. Zum Beispiel wären da unzählige Szenen, in denen Selene über ein sehr hohes Hindernis oder auch mal irgendwo runter springt. Sollte uns damit unterschwellig noch einmal deutlich gemacht werden, dass sie eine Vampirin ist? Oh stimmt, da war ja was. Zweitens: Regisseure und Drehbuchautor haben wohl entdeckt, dass man in einen Körper hineingreifen kann, um etwas herauszureißen, Dinge hineinzustecken und, und, und. Beim ersten Mal war´s cool, beim zweiten Mal auch, beim dritten Mal wenig überraschend. Ein bisschen hat es uns auch gestört, dass uns Selene mit ihrem schwarzen, langen Ledermantel, im Sonnenlicht stehend zu sehr an den Daywalker erinnert hat. Idee geklaut? Mag sein. Wäre nicht nötig gewesen.

Fazit: Wir sind begeistert. Obwohl man denkt, mit der Story sei nicht mehr viel anzufangen, wurde die Reihe sehr gut fortgesetzt. Perfekt inszenierte Kämpfe, spannende Action-Szenen und endlich mal ein Kind, das nicht nur nutzlos und heulend in der Ecke sitzt. So haben wir uns das gewünscht und unser Anfangsgedanke ist wie weggewischt: wir wollen wissen, wie es weitergeht! Finaler Kampf? – Wir hoffen nicht. Und natürlich war Kate Beckinsale mit ihren strahlend blauen Augen und dem schwarzen Catsuit mal wieder eine Augenweide…

Dame, König, As, Spion – Kritik 2

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Bereits im letzten Jahr konnten wir uns für euch den Spionage-Thriller Dame, König, As, Spion (original: Tinker, Tailor, Soldier, Spy) anschauen. Alfredsons Verfilmung des gleichnamigen Romans von John-le-Carré wird bereits in den höchsten Tönen gelobt und ist in drei Kategorien für die Academy Awards 2012 nominiert. Schauen wir mal, ob wir das auch so sehen!

1973: In den Reihen des britischen Geheimdienstes gilt es, einen Verräter zu enttarnen. In Dame, König, As, Spion dreht sich alles um vier Männer, die die Spitze des britischen Geheimdienstes MI6 („Zirkus“) bilden. Einer von ihnen spielt ein doppeltes Spiel und gibt geheimes Insiderwissen an russische Agenten weiter. Wer der Verräter ist, soll der Spion Smiley herausfinden, der sich eigentlich im Ruhestand befindet. Während seiner Ermittlungen gerät er mit dem russischen Agenten aneinander, der den Briten bereits aus früheren Jahren kennt. Über Verstrickungen und unerwartete Wendungen führt der Film zu einem überraschenden Ende…

Vorab: der Film fordert eure volle Aufmerksamkeit, und das für ganze 127 Minuten! Die Story ist sehr umfassend und geprägt von häufigen Orts- und Zeitwechseln, die meist nicht angekündigt oder gekennzeichnet werden. Dabei fällt es manchmal schwer am Ball zu bleiben. Es ist hier reine Geschmackssache, ob dies dem Film positiv oder negativ angerechnet wird. Mit dem Cast aus Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong und Benedict Cumberbatch wurde eine geballte Ladung an schauspielerischem Talent versammelt. Wie zu erwarten, waren alle in ihrer Rolle überzeugend. Doch diese Staransammlung hat auch eine schlechte Seite – durch den nicht-linearen Erzählstil würfelt man die vielen Rollen schnell mal durcheinander, was wenig zum besseren Verständnis des Filminhaltes beiträgt. Beeindruckend und sehr effektvoll waren die Schauplätze, welche mit sehr viel Liebe zum Detail und im klassischen Spionagestil gestaltet wurden. Leider steht dem gegenüber, dass sich der Film viel Zeit nimmt, euch alles sehr, sehr langsam zu präsentieren. Und obwohl die Story im Vergleich zu der literarischen Vorlage durch die Geschichte hetzt, kommt zwischendurch das Gefühl auf, die Uhr ist mal kurz stehen geblieben – teilweise haben sich Szenen so zäh wie Kaugummi in die Länge gezogen, ohne den Zuschauer voran zu bringen und mitzureißen. Diese Zeit hätte genutzt werden können, um tiefer auf das Geschehen im Roman einzugehen und hier eine stärkere Verbundenheit zu erzeugen.

Fazit: Trotz einer guten Romanumsetzung ist dieser Film nicht für einen lockeren und erholsamen Filmabend geeignet. Um die Story zu verstehen und völlig in den Film einzutauchen ist eure ungeteilte Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert! Seid ihr nicht dabei, kann sich keinerlei Spannung aufbauen und ihr zählt die Minuten bis zum Ende. Trotz mehrerer positiver Punkte waren wir nicht völlig Hin und Weg. Die Nominierungen für den Oscar können wir in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ und „Beste Filmmusik“ trotzdem nachvollziehen. Da der Film aber bereits in den USA einen Traumstart hingelegt hat, ist es nicht auszuschließen, dass die Trilogie weiter verfilmt wird.

Die DVD-Kritik zu Shanghai 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Initiiert wurde das Filmprojekt Shanghai von einem der renommiertesten Produzenten Hollywoods. Mike Medavoy (Apocalypse Now, Black Swan) hängt an der chinesischen Metropole und träumte schon lang davon ihr einen Film zu widmen. Mit Shanghai wurde der Traum Realität und in Tradition von Filmklassikern wie Casablanca wurde zusammen mit einem prominenten Cast ein Thriller erschaffen. Doch kann dieser an die Qualität seiner Vorbilder anschließen ? Erfahrt es unserer Rezension zur DVD, die in Kürze erscheint.

Im Jahre 1941 reist der amerikanische Geheimagent Paul Soames (John Cusack) nach Shanghai um seinen besten Freund zu besuchen. Als er jedoch dort ankommt muss er erfahren, dass er umgebracht wurde. Nun macht sich Paul auf, den Täter selbst und seine Motive herauszufinden und beginnt mit den Ermittlungen im Untergrund Shanghais. Dabei lernt er durch seine deutsche Freundin Leni Müller (Franka Potente) unter anderen den Gangsterboss Anthony Lan-Ting (Chow Yun-Fat) und seine Frau Anna (Gong Li) kennen und verdächtigt beide, für die Tat verantwortlich zu sein. Allerdings werden seine detektivischen Forschungen vom japanischen Offizier Tanaka (Ken Watanabe) deutlich erschwert. Zudem steht das japanische Herr vor den Toren Shanghais und droht die Hafenmetropole den Erdboden gleich zu machen. So muss sich Paul unter Zeitdruck in einem Netz aus Intrigen, Gewalt und Verrat zurecht finden, um den Mordfall zu lösen.

Auf den ersten Blick fällt die durchaus prominente Besetzung auf. Hier wurde aktuellen Hollywood-Stars wie John Cusack oder Franka Potente mit Ken Watanabe, Chow Yun-Fat und Gong Li, die wohl zu den bekanntesten Darstellern Asiens gehören, verbunden. Dabei liefert Cusack in der Hauptrolle eine etwas ungewohnte, aber durchaus charmante Interpretation eines Geheimagenten ab. Allerdings ist es wirklich schade, dass ihm der grandiose Andreas Fröhlich (Die drei ???, dt. Stimme von Gollum) in der deutschen Fassung nicht mehr seine Stimme leiht, der neue Sprecher kommt nämlich etwas arrogant herüber. Positiv hingegen ist, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive vom Protagonisten erzählt wird. So wird die erzählerische Komponente etwas aufgelockert und der Film erinnert zeitweise an einen Noir-Krimi. Ansonsten kommt die Erzzählstruktur eher konservativ daher und bedient sich an den klassischen Elementen eines Thrillers. Der Zuschauer wird langsam mit der Exposition in die Handlung und die dazugehörigen Charaktere eingeführt, darauf wird das Problem des Protagonisten klar gemacht, der darauf seine Ermittlungen aufnimmt, bis die Geschichte ihren Höhepunkt erreicht. Leider schafft es der Film dabei nicht Spannung aufzubauen und wird erst Richtung Ende wirklich mitreißend, davor fehlt dem Ganzen eine klare Linie. Das Ende ist durchaus gelungen, allerdings nichts besonderes und so fehlt Shanghai ein Alleinstellungsmerkmal und einfach der besondere Funken, der den Film von anderen Genre-Kollegen abheben würde. Erfreulich ist hingegen, dass man merkt, dass es das Ziel der Macher war, einen Film zu schaffen, der sich an Klassiker wie Casablanca bedient. Dabei haben sie sich auf echte Handarbeit verlassen und den Film auch fast komplett in einem Studio aufgenommen, nur für einige Hintergründe und Details bedienten sie sich bei Computeranimationen. So kann Shanghai durch die gut abgebildete und getroffene Stadt, sowie Epoche einen Nostalgie-Bonus verbuchen.

Die DVD: Die Scheibe überzeugt mit einem klaren Ton, der den subtilen Score gut transportiert und dem überwiegend fehlerfreien Bild. Außerdem wird ein Wendecover geboten, damit man das schöne Cover in seiner Gänze genießen kann. Wenn man den Menüpunkt Extras anwählt erwarten einen, ein etwas liebloses Video, welches einen Eindruck von den Dreharbeiten gibt, allerdings leider keine Kommentierung von den Beteiligten bietet. Dafür gibt es aber zahlreiche Interviews mit den Hauptdarstellern und zwei Produzenten, die noch ein Mal einen interessanten Einblick in die Arbeiten an dem Film geben und darüber hinaus berichten sie jeweils über ihre Arbeit mit den anderen Darstellern.

Fazit: Shanghai bietet solide Thriller-Kost hinter einem atmosphärisch abgebildeten Schauplatz. Dabei überzeugen vor allen die Darsteller, die all die unterschiedlichen Charaktere gut abbilden, sowie die klassische Narration, die an Filmgrößen vergangener Tage erinnert und ihr Erbe gelungen in die Gegenwart transportiert. Schade ist, dass dem Film die meiste Zeit über die Spannung fehlt und die Geschichte ein wenig zu unstrukturiert ist. Trotzdem empfehlen wir den Film für alle Fans von klassischen Thrillern, die keine Revolution von Shanghai erwarten.

Am 24. Februar ist Shanghai in den Händlerregalen auf DVD und Blu-ray zu finden.

Die Filmkritik zu Ziemlich beste Feunde 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Neues Jahr – neues Kinoglück? Mit Finchers Verblendung hatten wir ja bereits unser erstes Kinoerlebnis 2012 begeistert mit euch geteilt. In den folgenden Zeilen könnt ihr herausfinden, ob Ziemlich beste Freunde uns genauso vom Hocker gerissen hat…

Zur Story: Ziemlich beste Freunde zeigt das Leben des querschnittsgelähmten Philippe (François Cluzet), der voll und ganz auf die Hilfe und Unterstützung seiner Mitmenschen angewiesen ist, da er vom Hals abwärts nichts mehr spürt. Unerwartet wählt er den jungen Driss (Omar Sy) aus einer armen Familie und mit krimineller Vergangenheit  für die Stelle seines Pflegers aus. Dieser geht sehr humorvoll mit seinem neuen Job um und hat keine Bedenken, seine Meinung gerade heraus mit der Welt zu teilen. Diese lebensbejahende Art weckt Philippes Lebensgeister: er tut Dinge, die er nie wieder getan hätte und freundet sich mit seinem neuen Pfleger an. Als er jedoch bemerkt, dass sich Driss in familiären Konflikten befindet, gibt er ihn frei und stellt mehrere neue Pfleger ein, die nicht in Driss´ Fußstapfen treten können. Während Driss nun als Kurierfahrer für sich und seine Familie sorgt, lässt sich Philippe immer mehr gehen und verliert jegliche Lust am Leben. Darum kehrt Driss für einen Besuch zurück in das Anwesen des Querschnittsgelähmten und fährt mit ihm ans Meer. Es gelingt ihm, Philipe zurück ins Leben zu holen. Driss überrascht ihn am Ende des Films mit einem Treffen mit Philipes Brieffreundin Eleonore, die sich trotz all seiner Bedenken freut, ihn endlich zu treffen.

Das erste große Plus, das dieser Film für sich verbuchen kann ist, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht und in der letzten Szene reale Aufnahmen der beiden Protagonisten mit dem Zuschauer teilt. Der Film schafft es dadurch eine emotionale Tiefe zu schaffen, wie wir es lange nicht mehr im Kino erlebt haben. Der perfekte und plötzliche Umschwung zwischen Ergriffenheit und unverschämten Humor machen diesen Film einzigartig. So bringen einen Insider auch mal kleine Anspielungen auf die Bevölkerungsgruppe der Schti zum Grinsen. Die Witze sind rücksichtslos und ehrlich, und obwohl sie für den Einen oder Anderen manchmal eine gewisse Grenze überschreiten, kann man sie nicht wirklich als diskriminierend oder  herab würdigend bezeichnen. Im Gegenteil: über den beißenden Humor und der Interaktion von Phillipe und Driss schafft es der Film, die Ernsthaftigkeit und die besondere Freundschaft zwischen den Beiden herauszustellen ohne zu einem schnulzigen Drama zu mutieren. Dazu haben auch die durchweg hervorragenden schauspielerischen Leistungen des gesamten Cast beigetragen. Weiterhin ist es den Regisseuren Olivier Nakache und Eric Toledano sehr gut gelungen, den Zuschauer auf gewisse Missstände und Vorurteile in der französischen Gesellschaft aufmerksam zu machen und dabei trotzdem nicht aufdringlich mit dem Finger darauf zu zeigen. Und denkt man mal länger darüber nach, können wir ein paar Denkanstöße für uns übernehmen und aus dem Film lernen.

Der einzige negative Punkt, den wir anmerken möchten, ist mal wieder die deutsche Synchro. An einigen Stellen passt die Stimme einfach nicht zur Bewegung des Mundes oder ein Schulkind klingt wie ein Raucher in den mittleren 40ern. Aber das alles kennen wir ja bereits aus anderen Filmen. Lässt man sich auf die Story ein und, so fällt dies kaum noch auf.

Fazit: Da wir noch nie ein großer Fan des französischen Films waren, standen wir Ziemlich beste Freunde recht skeptisch gegenüber. Doch jeder Film verdient seine Chance und die Empfehlungen und hervorragenden Reviews taten ihr Übriges. Eine perfekt inszenierte und ergreifende Geschichte wurde mit einer ordentlichen Brise schrägen und zynischen Humor kombiniert. Das perfekt harmonierende Darsteller-Duo ist überzeugend und gewinnt den Zuschauer schon nach den ersten Minuten für sich. Unsere Empfehlung zu Ziemlich beste Freunde: Unbedingt anschauen! Ihr werdet Tränen in den Augen haben; sei es aufgrund eurer emotionalen Instabilität oder der Tatsache, dass ihr euch vor Lachen in die Ecke schmeißt!

Die Filmkritik zu Verblendung 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Lange ist es noch nicht her, dass der Mega-Bestseller von Stieg Larson bereits auf Celloleute gebannt wurde. 2009 widmeten sich nämlich das schwedische Fernsehen, in Kooperation mit dem ZDF, bereits dem Roman. Doch weil die Amerikaner gerne auch ihre eigene Interpretation der Millennium Trilogie hätten und auch ungern synchronisierte Filme gucken, schnappte man sich David Fincher (Sieben, Fight Club) und beauftragte ihn mit einer Neuinterpretation der Vorlage. Nun steht natürlich die Frage im Raum: Hat das Remake eine Daseinsberechtigung und bleibt die schwedische Version der bessere Film?

Verblendung erzählt die Geschichte des Wirtschaftsjournalisten Michael Blomkvist (Daniel Craig), der nach einer gescheiterten Ermittlung darauf bedacht ist, seinen guten Ruf wiederherzustellen. Da kommt ihn der Großunternehmer Henrik Vanger (Christopher Plummer) gerade recht. Dieser möchte nämlich, nachdem er selbst auf seiner 40 Jahre andauernden Suche nach seiner verschwundenen Nichte Harriet nicht erfolgreich war, nicht aufgeben und glaubt daran, dass Blomkvist ihm helfen kann. Um die Ermittlungen zu beginnen, muss sich der Journalist in die abgelegene Heimat von Vanger begeben. Auf der Insel, deren weitere Bewohner nur aus Mitlgliedern des Vanger-Clans bestehen, die sich zu allem Überfluss untereinander meiden und nicht wirklich leiden können. Im späteren Ermittlungsverlauf wird ihn Lisbeth Salander (Rooney Mara) als Assistenten zur Seite gestellt. Zusammen erkennen sie, dass sie sich auf der Suche nach einem Frauenmörder befinden und geraten selbst in die Zielscheibe des Unbekannten.

Die meisten werden die Geschichte wahrscheinlich schon kennen, schließlich gehören die Krimis aus der Feder des schwedischen Autors zu den best verkauften Werken unseres Jahrhunderts. Trotzdem sollte wirklich jeder einen Blick riskieren, denn hinter der Kamera steht ein wahrer Meister: David Fincher. So beweist er erneut, dass es an seiner handwerklichen Arbeit nichts auszusetzen gibt. Originelle Kameraeinstellungen, tolle Set-pieces und atmosphärisch Schauplätze geben sich die Klinke in die Hand und werden pikant garniert vom umwerfenden Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross. Außerdem scheint die Vorlage wie gemacht für Fincher. Wer Sieben gesehen hat wird wissen, dass er nicht gerade für leichte Krimiunterhaltung a la Tatort steht. Besonders eine Szene geht besonders unter die Haut und unterstreicht ein intensives Erlebnis. Eindringlich ist ein Wort welches den gesamten Film gut beschreibt, ab einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb der Geschichte scheint die Bedrohung greifbar nah und ist doch noch unbekannt für das Ermittlerduo. Auf darstellerischen Ebene überzeugt der Film auf ganzer Linie. Das fängt mit der Rolle von Christopher Plummer (Beginners) in der Rolle des verzweifelten, alternden Firmenmoguls an, geht über die perfekt interpretierte Version Blomkvists durch Daniel Craig (Casino Royale) und endet bei Rooney Mara (The Social Network), die bei ihrer Rolle den Spagat zwischen zerbrechlicher und psychisch labiler Sonderling und knallharter Powerfrau perfekt absolviert. Vorwerfen kann man dem gesamten Projekt eigentlich nur, dass der Film im Vergleich zu der europäischen Version nicht wirklich etwas neu macht. Dafür ist der Film aber in jedem Aspekt besser, seien es die Darsteller, die Regiearbeit oder das Zusammenspiel von Score und Szenerie.

Fazit: Verblendung ist ein hervorragender Thriller. David Fincher beweist wieder ein Mal, dass er zu den besten und intelligentesten Regisseuren gehört und führt seine beiden Hauptdarsteller zu absoluter Höchstleistung an. Vor allen Craig liefert die bis dato beste Performance seiner Karriere und Rooney Mara glückt eine hervorragende Darstellung ihres Charakters. Nach dem Abspann kann man auf ein intensives und spannendes Kinoerlebnis zurückblicken und darauf hoffen, dass Teil 2 und 3 der Buchreihe folgen.

Die DVD-Kritik zu Company Men 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Die Finanzkrise bedroht seit ihrem Ausbruch weltweit mehrere Existenzen. Vor allen in den USA sind viele von den damit einhergehenden Umständen betroffen. So ist es kaum verwunderlich, dass sich immer mehr Filme mit diesem Thema beschäftigen. Einer dieser ist Company Men, der die Geschichte dreier Männer zeigt, die von einen Tag auf den anderen ihren gut bezahlten Job verlieren.

Ein großes Haus in einem ruhigen Viertel, einer amerikanischen Großstadt an der Küste. Einen Sportwagen in der Garage. Eine sich sorgende Frau und zwei Kinder. Einen sicheren Job in einer Führungsposition. Auf den ersten Blick scheint das Leben von Bobby Walker (Ben Affleck)perfekt. Doch an einem ganz normalen Tag im Jahre 2008 ändert sich alles schlagartig. Durch die Finazkrise bedingt entlässt die Stahlfirma GTX zahlreiche Mitarbeiter und macht dabei auch nicht vor langedienten Mitarbeitern in den oberen Positionen halt. So verliert auch Bobby seinen Job und in den kommenden Monaten muss er sich durch verschiedene Bewerbungsgespräche kämpfen und sich mit den Widrigkeiten der plötzlichen Arbeitslosigkeit auseinander setzten.

Hier wird also ein schwieriges und ernstes Thema mit Stars wie Ben Affleck und Tommy Lee Jones von Hollywood verfilmt. Da liegt der Verdacht nahe, dass alles harmlos verpackt und mit einer banalen Geschichte versehen wird. Doch das ist hier zum Glück nicht der Fall. Die Geschichte verläuft die gesamte Spielzeit über glaubwürdig und die Charaktere sind allesamt authentisch und gut ausgearbeitet. Dramturgische Höhepunkte gibt es nur einen und der wird nur kurz, still und leise angeschnitten. So kommt es leider auch selten zur Spannung.  Trotzdem wird das Geschehen nicht trocken präsentiert und vor allen die Hauptdarsteller versprühen eine Menge Charisma. Affleck zeigt erneut, dass er mittlerweile weit mehr ist als der Bohrer auf Michael Bays-Meteorren. Auch Tommy Lee Jones weiß zu überzeugen und spielt den idealistischen Amerikaner, der noch an die schweißtreibende Arbeit glaubt, wirklich gut. Das Hauptproblem des Films ist hingegen, dass er nicht wirklich Stellung in dieser politischen Sachlage bezieht und sich hauptsächlich nur mit den Folgen in der oberen Mittelschicht beschäftigt. Des weiteren lässt der Film durchblicken, dass wohl wirklich immer ein gutes Ende auf einen wartet, seien die Umstände auch noch so schlimm. Dabei fehlt dem Ganzen eine klare Aussage und der realistische Bezug zur Gesellschaft. Die Charaktere fallen vom Millionär zum Durchschnittsbürger und müssen sich mit ach so schlimmen Tätigkeiten, wie Handwerkerarbeiten ihren Lebensunterhalt verdienen, während sie auf ihren neuen Job warten. Sicherlich hätte das alles noch weitaus drastischer ausfallen können, verdeutlicht aber trotzdem die dramatische Lage in den Staaten und wie schwierig es dort ist, auch als hochqualifizierte Arbeitskraft einen Job zu finden.

Die DVD: Das Bild weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen und bietet sowohl gute Kontraste, volle Farben und gute Schwarzwerte. Einzig die Extras hätten etwas ausfürhlicher ausfüllen können und vielleicht noch einmal näher auf die Finanzkrise und deren Folgen eingehen können. So sind neben einem alternativen Ende, nur ein paar weitere entfernte Szenen und ein gut Viertelstündiges Making-Of.

Fazit: Company Men ist wirklich ein guter Film, der vor allen durch seine Darsteller und die gut vorgetragene Geschichte zu überzeugen weiß. Hier bekommt man eine gute und kinogerechte Abbildung des Leidensweges eines Mannes, der ganz plötzlich alles erabeitete verloren hat und wieder von vorne beginnen muss. Trotzdem kann das Werk seine Herkunft nicht vergessen lassen, tritt dabei aber nie in die Kitsch-Falle. Außerdem fehlt die Bissigkeit, ein klares politische Statement, das aufrüttelt, das Misstände verdeutlicht und die Reichweite eines Kinofilms mit solch einer Starbesetzung ausnutzt.

Filmkritik zu Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Tja, liebe Filmfreunde. Was sollen wir sagen… Wir haben Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 gesehen. In großen Schritten geht es Richtung Finale, Richtung Twilight 4.2, quasi. Was halten wir von diesem Film? Und wie haben wir uns im Kino 117 Minuten lang gefühlt? Eigentlich müssten wir total begeistert und völlig aus dem Häuschen sein, die Einspielergebnisse lügen schließlich nie. Fast nie. Wir haben tapfer durchgehalten, bis(s) unser Gehirn die Flucht durch die Ohren antreten wollte.

Also wer es bisher immer noch nicht mitbekommen hat: in Twilight verliebt sich Bella (Kristen Stewart) in den glitzernden Vampir Edward (Robert Pattinson) und hat eine ganz besondere Verbindung zum Werwolf Jacob (Taylor Lautner) (der natürlich bis über beide Ohren in sie verliebt ist). Bella möchte gern eine Vampirin werden, auch wenn das schon zu jeder Menge Ärger und ein paar Kämpfen geführt hat. Soweit ist das die Story der bisherigen drei Filme. Wie wird es nun also weitergehen? Genauso? Richtig…

Die Liebe von Bella und Edward erreicht endlich ihren Höhepunkt und die Beiden heiraten. Es folgte darauf die Szene, die wohl alle, die den Roman gelesen haben, mit großer Spannung erwartet haben: die Flitterwochen und die erste gemeinsame Nacht. Viele waren enttäuscht von der Abweichung der Originalvorlage, in der Bella die Hochzeitsnacht gerade so überstanden hat und am nächsten Morgen mit zahlreichen Verletzungen erwachte. Aber mal ehrlich Leute, der Film ist ab 12, was habt ihr erwartet? Unserer Meinung nach wurde diese Situation sehr stilvoll, und doch mit dem nötigen Nachdruck dargestellt. Die Flitterwochenidylle ist schnell zerstört, als sich rausstellt, dass Bella schwanger geworden ist und damit den Zorn des Werwolf-Clans auf sich zieht. Dieser hat es nun auf sie und ihr Baby abgesehen. Doch Bella wird von den Vampiren, Jacob und zwei weiteren Werwölfen beschützt und kann das Kind schließlich gebären, unter Einsatz ihres eigenen Lebens.

Der Film war voll mit Dialogen, deren Sinn uns wohl immer verschlossen bleiben wird. Wenn wir jetzt zurückdenken, können wir beim besten Willen nicht mehr rekonstruieren, wie man mit der Story fast zwei Stunden füllen konnte. Der herkömmliche Zuschauer war schnell gelangweilt. Das liegt allerdings zum Großteil daran, dass nahezu alle Charaktere stagnieren und sich in keiner Weise weiterentwickelt haben. Eintönige Persönlichkeiten mit scheinbar nur einem Gesichtsausdruck bestimmen den Film ohne ein wahres Highlight. Bella tut sich immer noch leid, weil sie niemand zum Vampir macht. Edward tut sich leid, weil er ein Vampir ist und so böse Dinge getan hat. Jacob tut sich leid, weil Bella ihn nicht liebt.

Aber halt, haken wir hier einmal ein: Jacob ist die einzige Person, die Eindruck hinterlassen hat. Geleitet von Idealen und Loyalität springt er mehr als einmal über seinen eigenen Schatten, stellt sich gegen sein Rudel und setzt sein Leben für Bella auf´s Spiel. Wir hatten das Gefühl, er ist der Einzige, der allmählich erwachsen wird und einen starken Charakter ausbildet. Obwohl es schon etwas absurd ist, dass er sich am Ende des Films in Bellas Baby verliebt, welches, nebenbei gesagt den merkwürdigsten Namen der Welt trägt. Naja. Weiterhin positiv zu erwähnen ist das Werk der Maskenbildner. Von der dezent geschminkten Braut über die ausgezehrte Schwangere bis zur toten Mutter – Bellas Aussehen war immer passend und wurde nicht übertrieben in Szene gesetzt. Dies war selbst noch in der Schlussszene zu sehen, in der sich Bella zum Vampir verwandelt. Der Cut zum zweiten Teil wurde hier zeitlich sehr gut gesetzt und macht eingefleischten Fans definitiv Lust auf mehr.

Fazit: Sicher, für Hardcore-Fans der Vampirszene ist der ganze Film, ja die ganze Reihe ein absolutes No-Go. Pluspunkte gibt es für Jacob bzw. Taylor Lautner, ein paar gute Lacher, unter anderem aufgrund ungewollter Kuriositäten und für die Maske. Negativ fielen die lahmen Dialoge und Charaktere auf, sowie die schlechte Umsetzung von Höhepunkten, deren Potential noch lange nicht ausgeschöpft wurde. Doch Fans der Twilight-Saga kommen in Twilight 4: Breaking Dawn Teil 1 auf ihre Kosten, und immerhin konnten die Filme schon gestandene Männer für sich gewinnen, wie uns von mehreren Seiten und aus verlässlichen Quellen zugetragen wurde. Wir sagen: best of 4, aber wir waren wohl zum ersten Mal froh, die Kinotüren hinter uns lassen zu können.

Die Filmkritik zu The Thing 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Noch ein Film mit Aliens. Und alle so: YEAH! Oder? The Thing von Matthijs van Heijningen feierte gestern seinen Kinostart in Deutschland und extra für euch sind wir sofort ins Lichtspielhaus unseres Vertrauens gerannt. Im Vorfeld wurde der Film schon abgestempelt und als schlecht abgehakt, unter anderem auch in einem Video, in dem der Original-Cast der Carpenter-Verfilmung kein gutes Haar an The Thing lässt. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht und das Ergebnis gibt es nun hier.

Erst einmal zur Story: Ein Forscherteam aus Norwegen stößt in der Antarktis auf ein Signal, welches sie zu einem riesigen Raumschiff samt eingefrorenem Alien führt. Dieser wird natürlich mitgenommen und soll untersucht werden. Während die Forscher ihren Erfolg feiern, schmilzt das Eis und der Außerirdische erwacht wieder zum Leben. Nachdem ein Hund als erstes Opfer herhalten musste, beginnt der Alien auch Menschen zu verspeisen. Nach einigen Untersuchungen kommt die Paläontologin Kate schnell zu der Erkenntnis, dass die Kreatur organische Zellen kopieren und reproduzieren kann. Somit wird jeder im Team zur Gefahr und der Kampf gegen das Wesen beginnt. Zeitlich spielt sich das Ganze nur wenige Tage vor Das Ding aus einer anderen Welt ab.

Ein Remake? Ein Prequel? Ein Requel? Was sollte es denn nun werden? Die meisten Ankündigungen für die allgemeine Kinogemeinde versprachen uns ein Remake. Diese Fehlinformation, die sich in zahlreichen Medien wie ein Virus verbreitet hat, schickt Otto Normalverbraucher mit völlig falschen Erwartungen in die Kinos.  Jeder, der Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter (oder gar noch von Howard Hawks aus 1951) irgendwann einmal gesehen hat, wird sofort den 1:1 Vergleich ziehen. Sollte man handmade-Effekte von 1982 und die Computertechnologie von 2011 vergleichen? Sollte man ein Prequel direkt auf Carpenters Remake beziehen? Fragen dieser Art stellen sich uns grad in großer Zahl. Wir denken, man  sollte fair bleiben und jeglichen Vergleich vermeiden, auch wenn es viele Parallelen gibt. The Thing ist keine Neuverfilmung und wollte es in unseren Augen auch nie mit Carpenter aufnehmen. Mit Mary Elizabeth Winstead wurde die Hauptrolle der Kate Lloyd mit einer sehr glaubwürdigen Darstellerin besetzt. Sie wirkt ebenso intelligent wie auch selbstsicher und schafft es im Laufe des Films, einen starken Charakter zu schaffen, an den man sich auch später noch erinnert. Unter diesem Fokus auf die Hauptrolle mussten leider die anderen Charaktere leiden. Uns war es um keinen wirklich schade, wenn es ihn erwischt hat, da wir durch die oberflächliche Darstellung keinen wirklichen Bezug zu einem Nebendarsteller aufbauen konnten.

Gut gelungen fanden wir hingegen die Darstellung der Kreaturen, die das außerirdische Wesen entstehen ließ. Sie waren detailliert, kreativ und sehr abwechslungsreich gestaltet. Von Armen, die zu eigenen kleinen Monstern werden bis zum Verschmelzen zweier Menschen gelang es Hollywood und vor allem dem Produzenten von Dawn Of The Dead einmal mehr, immer noch einen drauf zu setzen. Die vielen Pluspunkte, die der Film für seine Effekte von uns bekommt, büßt er aber leider wieder ein, wenn es um die Atmosphäre des Filmes geht. Obwohl er versucht hat, durch mehrere, in die Länge gezogene Szenen spannend zu sein, hatte das bei uns eher den gegenteiligen Effekt. Sicher gab es einige gut inszenierte Schockmomente, aber eine wirkliche Spannung, die sich langsam aufbaut und gegen Ende fast nicht mehr auszuhalten ist, haben wir hier vermisst.

Fazit: Insgesamt hat der Film mehr starke Momente als schwache. Die gute Inszenierung und die konkreten Darstellungen machen ihn zu einem guten Grusel-Schocker ohne das gewisse Etwas, da es einfach an Atmosphäre und Tiefe fehlt. The Thing bekommt von uns eine Sollte-Man-Mal-Gesehen-Haben-Empfehlung. Zumindest damit man weiß, worüber man meckert. Er eignet sich sicherlich auch bestens, um an einem kuscheligen Fernsehabend den Beschützer für die Freundin zu mimen. Darauf stehen Frauen ja, haben wir gehört. Also, schaut ihn euch mal an bzw. teilt eure Meinung mit uns, falls ihr schon das Vergnügen hattet!

 

Die Filmkritik zu Anonymous 0

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Mit Anonymus beschreitet Roland Emmerich, der Regisseur der mehr für die Krach-Bumm-Weltuntergang-Filme bekannt ist, neue Wege. Denn in seinem neusten Werk widmet er sich einer kontroversen These rund um einen der populärsten Schriftsteller der Menschheitsgeschichte. Doch ist das Ganze nur provokante, wenig durchdachte Kost oder ein tolles Kinoerlebnis? Wir haben uns  die Kinokarte gegönnt und haben zusammen mit der englischen Königin eine Zeitreise gewagt.

Kommen wir zu Beginn zur wohl kürzesten Story-Beschreibung in der Geschichte unserer Seite. Mit Anonymus wird die Therorie beleuchtet, dass William Shakespeare (Rafe Spall) all seine berühmten Werke, wie Romeo und Julia oder Hamlet nicht selbst verfasst hat, sondern der Graf von Oxford (Rhys Ifans), der aufgrund der Stellung von Literatur in Adelskreisen, seine Ergüsse dem jungen Autor Ben Jonson (Sebastian Armesto) zusteckt. Durch einen Umstand wird William Shakespeare in der Öffentlichkeit als wahrer Autor anerkannt, obwohl er nur ein einfacher Schauspieler ist. Des weiteren entbrannt in politischen Kreisen ein Machtkampf zwischen dem Haus Oxford und dem Haus der Cecils.

Schnell erläutert ist die Geschichte des Films schon, allerdings ist sie nicht ansatzweise so einfach zu verstehen, wenn man erst Mal im Kino Platz genommen hat. Dieser Umstand rührt von verschiedenen Aspekten. Zum einen befasst sich der Film nicht nur mit der angesprochenen Hauptthese, sondern auch mit dem Leben im englischen Königshaus, in dem es heftig brodelt und Intrigen und Verrat zum Alltag gehören. Dabei fallen viele Namen der diversen Grafen und Earls am Hofe der Königin. So fällt es anfangs schwer, den Überblick zu behalten. Hinzu kommt, dass die Geschichte stellenweise unchronologisch erzählt wird, so gibt es einige unangekündigte Rückblenden, die weitere Verwirrung stiften. Ein klare Struktur bietet das Werk nicht und durch die angehobene Sprache wird das Ganze schnell zu schwer verdaulicher Kost. Allerdings sind das schon die größten Minuspunkte des Films, denn hat man sich erst ein Mal auf diese neue-alte Welt eingelassen und sich langsam einen Überblick über die diversen Charaktere verschafft, entfaltet sich eine komplexe Geschichte. Die mit allerhand Inhalt aufwartet und vor allen von den geschickt inszenierten Szenen profitiert. Roland Emmerich erweist sich überraschend, nach Machwerken wie Godzilla oder 2012, als durchaus kunstvoller Regisseur. Des weiteren wird der Film durch die gelungenen Darstellerleistungen getragen. Überwiegend ist der Film mit unbekannteren englischen Schauspielern besetzt, aus deren Reihen vor allen Vannesa Redgrave als Queen Elizabeth und Rhys Ifans, als “wahrer” Autor hinausragen und sicherlich auch zum engeren Favoritenkreis für die Nominierunggen der kommenden Oscarverleihung gehören werden. Am selben Abend könnten auch die für die Ausstattung und Optik Verantwortlichen gekührt werden. Denn optisch spielt der Film ganz oben mit. Da geben sich atmosphärische Schauplätze die Klinke in die Hand und authentische Kostüme am Körper der Darsteller, erzeugen eine in sich stimmige Historienwelt.

Fazit: Anonymous ist auf jeden Fall ein spezieller Film, gleichzeitig der beste von Emmerich. Nicht jeder wird den Zugang finden und an der Vielzahl der Charaktere und dem schleppenden Verlauf verzweifeln. Des weiteren krankt der Film an der umständlich konstruierten Geschichte und den vielen verwobenen Handlungsstrengen. Lässt man diese Punkte aber außer Acht und kommt bei der Story mit, ist Anonymous ein überaus gelungener Film, der durch sein bombastisches Äußeres, die großartigen Darsteller und die geschickte Inszenierung überzeugen kann.

Die Blu-ray Kritik zu Scream 4 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Mit Scream verhalf Horrorlegende Wes Craven dem Slasherfilm zu neuerlicher Berühmtheit, der Ghostfacekiller wurde zu einer Kultfigur und löste seiner Zeit wieder einen wahren Hype rund um das Genre aus und zog mehr oder weniger gute Filme nach sich. Nun kehrt Craven nach den beiden Fortsetzungen selbst wieder zurück auf den Regiestuhl. Ob der neuste Film ähnlich polarisiert, wie damals erfahrt ihr in der nachfolgenden Kritik zu Scream 4.

Lange Zeit ist es her, dass im beschaulichen Örtchen Woodsboro ein brutaler Killer sein Unwesen trieb. Eine der Überlebenden Sidney, hat ihre Erinnerungen in einem Tagebuch niedergeschrieben. Um Werbung für das Buch zu machen kehrt sie in ihre alte Heimatstadt zurück und trifft ihre alten Bekannten wieder. Natürlich sind die lang vergangenen Geschehnisse immer noch ein Thema. Allerdings ist nicht nur sie wieder zurück, denn kurz nach ihrer Ankunft beginnt eine neue Mordserie und alle Zeichen deuten auf einen alten Bekannten hin.

Kurz ist sie zusammengefasst, die Geschichte von Teil 4 der Scream-Reihe und natürlich bietet sie nichts wirklich neues, gewohnte Genrekost bekommt man zumindest bei der Story geboten. Allerdings zeichneten sich die alten Filme durch ihren humorvollen Umgang mit dem eigenen Genre aus und auch bereits nach einer kurzen Einleitungsphase wird klar, Scream 4 ist vollgestopft mit den alten Werten der Filmreihe. Das Gesamtkonstrukt des Films läuft fast über mit Anspielungen und Meta-Ebenen. Diese sind wirklich super gelungen und heben den Film aus der Maße der Slasherfilme erfrischend heraus und sind durchaus für den ein oder anderen Lacher gut, vorausgesetzt man kennt sich im Genre aus. Die Charaktere sind wiederum die bekannten stereotypischen Vertreter ihres Fachs, die blonde Schönheit, der Nerd der ihr sabbernd hinterherrennt oder auch der coole Macho, der stets einen bescheuerten Spruch aus dem Hut zaubert, sind nur einige Beispiele. Wer den Film hier ernst nimmt und die vorherigen Teile und ihre Intention nicht kennt, wird schnell auf die Nase fallen und kopfschüttelnd zurück bleiben. Scream 4 will und darf in keiner Weise ernst genommen werden, mehr oder weniger handelt es sich hier um eine Horror-Komödie. Wenn man das verinnerlicht hat, macht der Film wirklich Spaß. Allerdings bietet der Streifen im Vergleich zu damals erwartungsgemäß keine neuen Aspekte, von Wes Craven erwartet sowieso keiner mehr das er das Rad noch Mal neu erfindet.

Die Blu-ray: Brillante Kontraste und gute Bildschärfe in den hellen Szenen wissen durchaus zu überzeugen. Da es sich bei dem vorliegenden Film aber um einen Vertreter des Horrorgenres handelt, überwiegen vorwiegend die dunklen Szenen. Diese sind leider weniger gut gelungen und weisen Fehler, deutlich schwächere Kontraste und gelegentliches Filmkorn auf. Der Ton ist durchaus solide, die Schockeffekte kommen gut rüber, aber alles in allem reißt einen der Sound nicht wirklich vom Hocker. Die Extras hingegen fallen durchaus umfangreich aus. Neben den leider nur kurzem Making Of bestehen die eigentlichen Highlights, aus dem alternativen Anfang und dem alternativem Ende, was den ganzen Film noch einmal etwas anders in Szene setzt. Sonst wird unter anderem noch ein Special zu der Geschichte hinter der Scream-Reige und ein Audiokommentar mit Wes Craven und den Hauptdarstellern geboten.

Fazit: Scream 4 ist endlich Mal wieder ein erfrischendes Horror-Erlebnis, mit unterhaltsamen Anspielungen und gelungenen, sowie durchdachten Meta-Ebenen. Die Story hingegen bietet nichts Neues und unterscheidet sich nicht wirklich zu den Vorgängern. Am Ende bleibt festzuhalten, dass der Film ein kurzweiliges Vergnügen bietet, das gerade in einer größeren Gruppe gut funktioniert und gleichzeitig Wes Cravens besten Film seit langer Zeit darstellt.

 

Die Filmkritik zu Johnny English – Jetzt erst recht 1

geschrieben von - (Kritiken, Top-Thema)

Lange ist es her, dass Johnny English zum ersten Mal über die große Leinwand flimmerte und wenn wir Mal ehrlich sind, hat doch wirklich niemand mehr mit der Rückkehr von Rowan Atkinson, in die Rolle des charmant, trotteligen MI7-Agenten, gerechnet. Doch nun ist er zurück, nachdem er rund Acht Jahre in den Schränken von Universal verbracht hat, um die Welt wieder vor allem Bösen zu retten. Doch wie schlägt sich English, zwischen aktuellen Komödien und lohnt sich der Kinobesuch?

Johnny English (Rowan Atkinson) ist nach einem gescheiterten Auftrag in Mosambik seinen Adelstitel los und musste sich in die abgelgenheit eines tibetischen Klosters zurückziehen. Dort sammelt er neue Kräfte und trainiert sämtliche seiner Sinne. Bis eines Tages der MI-7 von einem geplanten Attentat auf den chiniesischen Premierminister erfährt und weil English der geeignetste für den Auftrag ist, den Ex-Agenten reaktiviert. So kehrt er wieder zurück nach London und muss dort mit einigen Veränderungen kämpfen. Eine davon ist, dass sein neuer Chef (Gillian Anderson) eine Frau ist, von der er den Auftrag erhält, sich nach Hongkong zu begeben. Dort angekommen gerät English mit seinem neuen Partner Tucker (Daniel Kaluuya) in eine komplexe Verschwörung, die es aufzuklären gilt.

Natürlich laufen die Ermittlungen, nicht wie aus anderen Filmen gewohnt ab. Denn English ist sicherlich auch kein normaler Agent, wer den ersten Teil gesehen hat, weiß das er hier eine waschechte Parodie, auf sämtliche Vertreter des Agentenfilms zu erwarten hat. Denn Tollpatschig, chaotisch, überheblich sind die Attribute, die wohl am besten zu den Briten passen. Perfekt verkörpert werden eben diese von Comedylegende Rowan Aktinson, sei es auch noch der lahmste Gag den man schon in vielen anderen Filmen gesehen hat, durch den Schauspieler werden sie genial vorgetragen und es ist einfach ein Genuss ihm dabei zu zusehen. Das führt direkt zu einen der negativen Aspekte des Films, so ziemlich alle komödiantischen Szenen hat man irgendwo zuvor schon gesehen, des Weiteren sind manche sehr vorhersehbar. Allerdings wenn sie so gekonnt umgesetzt werden, tröstet es um diesen Umstand zumindest ein wenig hinweg, trotzdem muss der Film sich diese Kritik gefallen lassen. Des weiteren ist die Geschichte nicht wirklich originell, ein Attentat das es zu verhindern gilt, böse (zum Teil russische) Terroristen die man stoppen muss, hat man sowohl albern, als auch ernst aufbereitet schon viele Male gesehen. Positiv hingegen ist, dass gerade bei Komödien der letzten Jahre, konnte man sich nachdem man den Trailer gesehen hat, den Kinobesuch sparen, da dort schon die besten Gags verfeuert wurden. Anders bei dem neusten English, zwar denkt man zu erst: “Ach das kenne ich schon”, doch dann wird die Szene noch Mal gesteigert und in ihrer eigenen Absurdität noch mal getopt. Das ist wahrlich ein erfrischender Nebeneffekt des Films, ein weiterer ist, dass Johnny English nicht die Hangover-Welle reitet und möglichst viele Witze über diverse Körperteile oder Tätigkeiten, in möglichst kurze Spielzeit stopft, so dass diese eher gewollt, als lustig wirken. Diese Besonderheit verhilft dem Film auch dazu, dass er sich nicht auf eine spezifische Zielgruppe beschränken muss und sich sowohl an Familien, Teenager oder auch ältere Semester richten kann.

Fazit: Die Kritik klingt jetzt letzten Endes schlimmer, als der Film wirklich ist. Denn alles in allem ist Johnny English – Jetzt erst recht gut gemachte Unterhaltung, mit mäßigen Drehbuch, welches allerdings durch den überragenden Darsteller hervorragend umgesetzt wird. So das abschließend eine charmante Komödie bleibt, die beweist das man auch ohne Fäkalhumor das Kinopublikum zum Lachen bringen kann.